Bonjour Paris! Ein Reisebericht der Kaufleute!

10 Kaufleute für Großhandelsmanagement und 6 FinanzassistentInnen mit ihren Begleitlehrerinnen Bettina Schad und Kirsten Rathgeb, waren vom 09.-13.6.2026 im Rahmen eines deutsch-französischen Austauschprojekts bei unserer Partnerschule Lycée Marianne in Villeneuve-Saint-Georges, südlich von Paris. Ziel war es, einen Einblick in das französische Schul- und Ausbildungssystem zu bekommen.

Nach einem sehr frühen Aufstehen, startete der Austausch mit einer Einladung zum Mittagessen durch die französischen Gastgeber im Lycée und zwei Betriebsbesichtigungen in Villeneuve-Saint-Georges. Dort sind französische Schülerinnen und Schüler in ihrer Praxisphase beschäftigt. Die Fa. SADLOC ist ein Spezialbetrieb für die sachgerechte Trennung und Wiederverwertung von Bauabfällen, die Fa. STAF ist eine Spedition, die sich auf den Transport von Tiefkühlprodukten spezialisiert hat.

Die Anforderungen, während des gesamten Transportweges die Kühlkette nicht zu unterbrechen, sind sehr anspruchsvoll und die Spedition ist dafür mit einem beeindruckenden Fuhrpark mit modernsten Fahrzeugen ausgestattet.

Nach dem frühen Aufstehen und dem vollen Tagesprogramm waren alle recht froh, danach endlich ins Hotel zu können und sich bei einer der Schnellimbissketten in der direkten Nachbarschaft oder im großen Supermarkt für den Abend zu versorgen und sich dann endlich ausruhen zu können.

Der nächste Tag war für den Besuch des CITECO reserviert. Das Museum ist nördlich der Innenstadt von Paris, so dass wir uns zunächst dem zentralen Thema während unseres Aufenthalts widmen mussten: der Nutzung des öffentlichen Verkehrsnetzes in Paris. Da gleich am Mittwoch Teile der Mitarbeitenden des öffentlichen Nahverkehrs streikten, wurden wir direkt mit dem französischen Pendleralltag konfrontiert. Aber dank gründlicher Planung und ausreichendem Zeitpuffer waren wir pünktlich an allen Treffpunkten. Das CITECO ist ein interaktives Museum, das sich ausschließlich dem Thema Wirtschaft widmet. Es ist einem prunkvollen Gebäude untergebracht und wurde früher auch von der französischen Zentralbank genutzt. Zahlreiche Mitmach-Stationen vermitteln spielerisch wirtschaftliche Zusammenhänge, Sitzungen der Vereinten Nationen können simuliert werden und am Ende des Rundgangs liegt der ehemalige Tresorraum, der jetzt unter anderem echte Gold- und Silberbarren zum Anfassen beherbergt.

Der Donnerstagvormittag stand ganz im Zeichen des Metronetzes von Paris: beim Besuch bei der Société du Grand Paris erfuhren wir alles über Planung und Neu- bzw. Umbau des Pariser Metronetzes, was eine enorme Anstrengung aller Beteiligten erforderte. Viele der Planungen sind bereits realisiert, da sich die Pariser hierfür die Fertigstellung zu den Olympischen Sommerspielen 2024 vorgenommen hatten, einige Teilprojekte werden erst 2032 fertiggestellt werden, aber man ist dort im Zeitplan. Da kann Stuttgart mit seinem Bahnhofsprojekt nur neidisch werden…Allerdings haben wir auch erfahren, dass wir eine der letzten Gruppen waren, die diese Führung erleben durfte, da dieses Ausstellungsprojekt nur befristet geplant war und Ende Juni 2026 endete. Sehr schade!

Am Nachmittag gab’s dann Kultur satt bei einem Besuch des Louvre. Endlich einmal die Mona Lisa und zahlreiche andere Kunstwerke live zu sehen, steht sicherlich bei den meisten Paris-Besuchern auf der Bucketlist.

Für den Freitag waren dann erneut Betriebsbesichtigungen bei den Praxisbetrieben der französischen Schülerinnen und Schüler geplant. Das Highlight hierbei war der Besuch beim Fischgroßhändler Reynaud auf dem Marché International de Rungis, dem größten Lebensmittel-Großmarkt der Welt! Der Großmarkt ist eine kleine Stadt für sich, in der rund 10.000 Menschen arbeiten und Busse durch das riesige Gelände fahren.

Den letzten Abend in Paris nutzten die meisten, um endlich den Eiffelturm bei Nacht und vor allem das Funkel-Spektakel zur vollen Stunde mitzuerleben. Im Juni mit den langen Tagen muss man dazu allerdings abends lange ausharren, um in den Genuss zu kommen.

Unsere Heimreise am Samstag war erst für den frühen Abend terminiert, so dass wir den schönen Sommertag noch für eine gemeinsame Bootsfahrt auf der Seine nutzten und alle Pariser Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt nochmal in Ruhe an uns vorbeiziehen ließen.

Danach hieß es leider „Au revoir Paris!“, für viele aber sicherlich „A Bientôt!“

Herzlichen Dank an das deutsch-französische Jugendwerk, ohne dessen finanzielle Unterstützung dieses für alle Seiten sehr bereichernde Projekt nicht möglich wäre!


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