5. Karriere Expo an der Kaufmännischen Schule Waiblingen begeistert mit 33 Unternehmen und knapp 1 000 Schülerinnen und Schülern
Wie fühlt sich ein Beruf in der Praxis an? Welche Talente stecken in einem, und welche Möglichkeiten bietet die Arbeitswelt? Antworten auf diese Fragen gab die fünfte Karriere Expo des Berufsschulzentrums Waiblingen, in Zusammenarbeit mit der IHK Bezirkskammer Waiblingen. 33 Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen verwandelten das Schulzentrum in einen Ort voller Ideen, Begegnungen und neuer Perspektiven. Knapp 1 000 Schülerinnen und Schüler nutzten die Gelegenheit, mit Ausbilderinnen und Ausbildern ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen und bei zahlreichen Mitmachaktionen selbst aktiv zu werden.
Das Motto war Programm: Statt Berufe nur auf Flyern oder Präsentationen kennenzulernen, konnten die Jugendlichen selbst ausprobieren, was hinter den verschiedenen Tätigkeiten steckt. Ob handwerkliches Geschick, technisches Verständnis, wirtschaftliches Denken oder soziale Kompetenzen – die Karriere Expo zeigte, wie vielfältig die beruflichen Möglichkeiten sind. Und vielleicht entdeckte dabei so mancher ein Talent, von dem er bisher noch gar nichts wusste.

Wie wertvoll praktische Erfahrungen für die Berufswahl sind, wurde an vielen Stationen deutlich. Die Rems-Murr-Kliniken ermöglichten den Jugendlichen, selbst Blutdruck zu messen und so einen ersten Einblick in Tätigkeiten des Gesundheitswesens zu gewinnen. Die Ausbildungsleitung betonte, dass das eigene Ausprobieren dabei helfe, Berührungsängste abzubauen und ein realistisches Bild vom jeweiligen Beruf zu entwickeln. Auch bei der Leonhard Weiss GmbH & Co. KG stand das Mitmachen im Mittelpunkt. Mark Lohr erklärte, wie wichtig es sei, die Schülerinnen und Schüler möglichst schnell selbst ins Tun zu bringen. Denn manchmal braucht es nur einen praktischen Versuch, um aus bloßer Neugier echtes Interesse werden zu lassen.

Beim Bauunternehmen Lukas Gläser konnten die Jugendlichen Betonbrücken bauen und dabei handwerkliche Fähigkeiten sowie Kreativität unter Beweis stellen. Bei H. P. Kayser wurden Handyhalterungen durch Biegen und Nieten hergestellt. ITT Cannon und die Reinhold Bürkle Technische Federn GmbH forderten ebenfalls Fingerspitzengefühl: Hier konnten die Schülerinnen und Schüler selbst Haken beziehungsweise Draht biegen.
Wer Technik nicht nur verstehen, sondern selbst erleben wollte, kam ebenfalls auf seine Kosten. STIHL lud dazu ein, einen eigenen Tischventilator zu bauen. An den bereitgestellten Lötstationen konnten die Jugendlichen technische Fertigkeiten erproben und den Umgang mit Werkzeugen kennenlernen. Murrelektronik brachte mit einem Delta-Roboter die Welt der Automatisierung auf die Expo. Die Präsentation zeigte, wie moderne Technik Produktionsprozesse unterstützt und verändert. Für das Unternehmen geht es bei der Veranstaltung allerdings um mehr als die Suche nach zukünftigen Auszubildenden. Die Ausbildungsleiterin betonte, dass Murrelektronik auch Verantwortung für die berufliche Orientierung junger Menschen übernehmen wolle. Ziel sei es, ihnen dabei zu helfen, einen passenden Weg für ihre Zukunft zu finden.
Bei Murrplastik konnten die Jugendlichen Energieketten zusammenbauen und technische Produkte aus nächster Nähe kennenlernen. Kärcher eröffnete gleich mehrere Perspektiven: Im technischen Bereich probierten die Schülerinnen und Schüler eine Installationstechnik-Schaltung aus. Im kaufmännischen Bereich machte ein Unternehmensplanspiel deutlich, wie wirtschaftliche Entscheidungen zusammenhängen und welche Auswirkungen sie auf ein Unternehmen haben können. Auch die Frage, wer sich für technische Berufe begeistert und welche Chancen sich dabei eröffnen, wurde angesprochen. Kärcher-Mitarbeiter Thomas Kümmel verwies darauf, dass es in dem von ihm angesprochenen Bereich zu wenig weibliche Auszubildende gibt. Das macht deutlich, wie wichtig es ist, junge Frauen gezielt für technische Ausbildungsberufe zu interessieren und ihnen die vielfältigen Möglichkeiten dieser Berufsfelder aufzuzeigen.

Die Karriere Expo machte deutlich, dass spannende berufliche Möglichkeiten weit über Werkstatt und Produktionshalle hinausreichen. Bei der Klingele Paper Packaging SE & Co. KG konnten die Jugendlichen Faltschachteln falten und dabei ihre Geschicklichkeit beweisen. Gleichzeitig erhielten sie einen praktischen Einblick in die Welt der Verpackungen.
Bei Indays IT wartete eine besondere Herausforderung: In einem BSI Escape Room mussten die Schülerinnen und Schüler Aufgaben rund um IT-Sicherheit lösen. Hier waren logisches Denken, Aufmerksamkeit und Teamarbeit gefragt. Fähigkeiten, die auch im Berufsleben eine wichtige Rolle spielen. Einen völlig anderen Blick auf den Alltag ermöglichte das Zentrum für Psychiatrie (ZfP) mit einem Alterssimulationsanzug. Die Jugendlichen konnten damit nachempfinden, wie altersbedingte Einschränkungen alltägliche Tätigkeiten erschweren können. Das Angebot schärfte das Bewusstsein für die Herausforderungen älterer Menschen und eröffnete zugleich Einblicke in soziale und gesundheitliche Berufsfelder.

Erstmals waren auch die Bundeswehr und die Landespolizei bei der Karriere Expo vertreten. Sie informierten über ihre Aufgaben, Ausbildungswege und beruflichen Möglichkeiten. Frau Berger von der Polizei freute sich insbesondere über das Interesse der männlichen Jugendlichen und unterstrich, wie wichtig ein ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern im Polizeidienst sei. Auch sie hob die Bedeutung von Praktika hervor: Wer einen Beruf vorab selbst kennenlernen könne, habe eine gute Grundlage, um eine fundierte Entscheidung für die eigene Zukunft zu treffen. Durch weitere neue Aussteller wurde das Angebot der fünften Karriere Expo ausgebaut. Neben der Bundeswehr und der Landespolizei waren die EVO Eitel & Volland GmbH, die Klingele Paper Packaging SE & Co. KG, die Leonhard Weiss GmbH & Co. KG und die Stadt Weinstadt neu beziehungsweise erstmals im Rahmen der Veranstaltung vertreten.
Auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) unterstützte die Berufsorientierung mit ihrem Ausbildungsmobil. Damit erhielten die Jugendlichen eine weitere Anlaufstelle, um sich über Ausbildungswege zu informieren und Kontakte zu regionalen Unternehmen zu knüpfen.

Die Karriere Expo zeigt, wie wertvoll die Zusammenarbeit zwischen Schule, Unternehmen und weiteren Institutionen ist. Die Betriebe können ihre Ausbildungsangebote vorstellen, Fragen beantworten und mit potenziellen Nachwuchskräften ins Gespräch kommen. Die Schülerinnen und Schüler wiederum erhalten die Chance, unterschiedliche Berufsfelder kennenzulernen, eigene Interessen zu entdecken und erste Vorstellungen von ihrer Zukunft zu entwickeln.
