Wirtschaftsschüler besuchen die Synagoge in Stuttgart


Wirtschaftsschüler besuchen die Synagoge in Stuttgart

 

Ich habe schon oft in der Vergangenheit das Wort „Judentum“ gehört. Oft habe ich es leider mit negativen Gedanken, darunter überwiegend Trauer, assoziiert. Das liegt an den geschichtlichen Geschehnissen während der nationalsozialistischen Zeit. Ich glaube, mit diesen Gedanken bin ich nicht allein. Deshalb wurde ich positiv überrascht, als ich beim Ausflug der Klassen der Berufsfachschule WS 2/1 und WS 2/2, begleitet von unserer Ethiklehrerin Frau Merthan und unserem Religionslehrer Herrn Hümpfner, teilgenommen habe. Wir trafen uns in der Synagoge, welche sich in der Hospitalstraße 36 in Stuttgart findet. Schon beim Betreten der Synagoge herrschte eine angenehme Atmosphäre. Frau Dror, eine Deutsch-Jüdin, erwartete uns bereits. Sie ist eine 93 Jahre alte Zeitzeugen bzw. Überlebende der schrecklichen NS-Zeit. Seit 1997 befasst sie sich intensiver mit dem Judentum. Frau Dror führte uns an unsere Sitzplätze, wo wir, wie es für Juden normal ist, nach Geschlechtern getrennt sitzen mussten.

 

In der Synagoge sah en wir auf den ersten Blick sieben Kerzen in der sogenannten Menora, einem siebenarmigen Kerzenständer, wobei nur sechs brannten. Die siebte wird erst beim Auftauchen des Messias angezündet, erklärte sie uns. Weiterhin fährt sie fort, dass das Judentum eine sehr tolerante Religion gegenüber anderen Religionen sei, folglich sehr aufgeschlossen sei. Wir erfahren, dass man als Proselyt (als Fremder, Nichtgläubiger) in das Judentum eintreten kann. Allerdings bleibt man beim Austritt, aus der Sicht des Judentums, weiterhin Jude. Die normalste Art dem Judentum beizutreten, ist es hineingeboren zu werden. Selbst bei einer Misch-Ehe, ist das Kind automatisch jüdisch, wenn die Mutter Jüdin ist. Außerdem erklärt sie uns, dass zwischen Israel und Israeli unterschieden wird, dass das eine die Staatsangehörigkeit, das andere die Religion sei. Wir erfahren, dass im Judentum in der Gemeinde die Frau und in der Synagoge der Mann das Sagen hat.

 

Der Besuch in der Synagoge hat mir noch einmal vor Augen geführt, dass man sich gegenüber anderen Religionen tolerant verhalten sollte. 

 

(Ein Erfahurngsbericht von Berkan Yildirim, WS 2/1)

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