Vortrag über Essstörungen


Vom schwierigen Umgang mit dem Essen

 

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Yvonne Wolz vom
GesundheitsLaden e.V. aus Stuttgart sprach mit Schülern über Essstörungen. 
 

 

 

Am Dienstag, 13.07.10 fand für die gesamte Jahrgangsstufe
I von 9.35 – 11.10 Uhr ein Vortrag zum Thema „Essstörungen“ mit anschließender
Diskussion und der Möglichkeit, Fragen zu stellen, statt.

Die Suchtpräventionslehrerinnen Gabriele Baur und Birgit
Kaufmann hatten die Dipl.-Pädagogin und Systemische Therapeutin Yvonne Wolz vom
GesundheitsLaden e.V. aus Stuttgart an das Wirtschafts-gymnasium Waiblingen
eingeladen.

Herr OStD Ulrich Lenk, der Leiter der Kaufmännischen Schule
Waiblingen, hob in seiner Begrüßung hervor, dass Frau Wolz sehr willkommen sei,
da essgestörtes Verhalten sowohl bei Mädchen als auch bei Jungen aus den
unterschiedlichsten Gründen leider nicht selten anzutreffen sei.

Frau Wolz stellte zu Beginn ihres Vortrages zunächst die
Struktur des GesundheitsLaden e. V. vor.

Unter dem gemeinsamen Dach in der Lindenspürstraße 32 im
Stuttgarter Westen befinden sich folgende Einrichtungen:

–         
der Mädchengesundheitsladen mit der Beratungsstelle
für Mädchen und junge Frauen

–         
ABAS, die Anlaufstelle bei Essstörungen für
Betroffene, Angehörige und Fachdienste

–         
JUB, Jungen im Blick, die Beratungsstelle für Jungen
und junge Männer

Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Sucht- und
Gewaltprävention mit Gruppenveranstaltungen, psychosozialer Einzelberatung,
Elternarbeit, Projekten und einer starken Vernetzung mit Arbeitskreisen und
Kliniken.

Die Einrichtung bietet auch die Möglichkeit einer anonymen
Email- Beratung an. Hierbei können Fragen gestellt werden zu: Sexualität,
Verhütung, Depressionen, Stress mit den Eltern, selbstverletzendes Verhalten
und Essstörungen. 

Die Referentin betonte, dass alle Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter der Schweigepflicht unterliegen.

 

In ihrem Vortag unterschied Frau Wolz zwischen gestörtem
Essverhalten und manifesten Essstörungen. Wer zum Beispiel nicht frühstückt
(einige der 73 Schülerinnen und 27 Schülern bekannten sich dazu), gar nie zu
Burger, Chips oder Schokolade greift, nach 18 Uhr grundsätzlich nichts mehr
isst oder ständig Kalorien zählt, legt ein gestörtes Essverhalten an den Tag.

Die Dynamik und Funktion von essgestörtem Verhalten kann
u.a. mit den eigenen Leistungsansprüchen zusammenhängen, hier sind Gymnasiasten
besonders gefährdet. Essgestörtes Verhalten kann teilweise ein Einstieg zu
einer manifesten Essstörung sein. Zu dieser Kategorie gehören die Magersucht
(Anorexia nervosa) und die Ess- Brech-Sucht (Bulimie).

Auf diese beiden Formen legte die Referentin ihren
Schwerpunkt.

 

Die Schülerinnen und Schüler konnten anhand von Checklisten
überprüfen, ob bei ihnen bereits ein essgestörtes Verhalten vorliegt.

 

Bei den an Anorexie leidenden Menschen, meist Mädchen,
herrscht die intensive Angst vor, zuzunehmen. Geschürt wird dieses Verhalten
durch Werbung und Medien. Häufig nehmen die Betroffenen ihre eigene Figur
verzerrt wahr und fühlen sich, obwohl sie extrem dünn sind, viel zu dick.

Erschreckend hierbei ist die Tatsache, dass 10 % der Mädchen
an den Folgen der Magersucht durch einen Herzinfarkt bereits mit 18 Jahren
sterben.

 

Zu den Menschen, die an Bulimie leiden, gehören diejenigen,
die über einen Zeitraum von drei Monaten mindestens zweimal pro Woche
Heißhungerattacken haben und anschießend die Nahrung (selbstinduziert) wieder
erbrechen. Bei diesen Fress-Flashs wird nicht selten der Inhalt eines ganzen
Einkaufswagens vertilgt. Oft dauert es Jahre, bis die Betroffenen Hilfe holen.

 

Eine weitere Form des falschen Essverhaltens liegt bei der
sogenannten „Bigorexie“ vor, unter der vor allem Jungen leiden, die als
Kampfsportler ihren Körper extrem formen wollen.

 

Yvonne Wolz ging bereits in ihrem Vortrag spontan auf Fragen
der Zuhörerinnen und Zuhörer ein, die eigentliche Diskussion fand im Anschluss
ohne die Lehrkräfte statt.

                                                                                                                                                                   

Birgit Kaufmann

 

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