Ungewöhnlicher Berufsschulaustausch mit Serbien


Ungewöhnlicher Austausch mit serbischen Berufsschülern

serbenbesuch 2012

Die zwölf serbischen Berufsschüler, die an unserer Schule zu Gast waren, wurden auch vom Schulträger, dem Landratsamt, empfangen. Mit dabei war der serbische Generalkonsul Pero Jankovic (links), Gastgeber Bernd Friedrich (2. V. li.) sowie (von rechts) der Waiblinger Begleitlehrer Stephan Falkenhain, Abteilungsleiter Horst Schäfer, Schulleiter Ulrich Lenk,  der Ausbildungsleiter der Kreissparkasse Waiblingen Peter Braun und Dr. Heinz Niephaus von der GIZ. 

„Bezahlen Sie auch mit EC-Karten?“ fragte einer der Banklehrlinge, worauf die serbische Lehrerin mit trockenem Humor antwortete: „Wir leben nicht im Mittelalter, natürlich haben wir EC-Karten, aber leider kein Geld zum Einkaufen.“ Die Situation zeigt, wie unbekannt die jeweiligen Lebenswelten sind und wie notwendig ein Kennenlernen. Die Kaufmännische Schule Waiblingen gehört zu den deutschlandweit nur 32 Schulen, die einen Schüleraustausch mit Serbien macht. 2010 fand der erste Austausch statt, da waren es in Baden-Württemberg nur sieben Schulen, heute sind es immerhin 22, die den Schüleraustausch mit dem ehemals kommunistischen Balkanland anbieten.
Die weitere Besonderheit: Es handelt sich um einen Austausch von Berufsschülern, nämlich Bankkaufleute und Finanzassistenten, die so auch einen Einblick in die Ausbildungs- und Arbeitswelt des jeweils anderen erhalten.

Einfach war die Fortsetzung des Austausches nicht, nachdem im vergangenen Jahr eine Zwangspause eingelegt werden musste, da es auf serbischer Seite an Geldern fehlte. Auch dieses Mal kam der Besuch der serbischen Gruppe nur sehr kurzfristig zustande.

Nach 22-stündiger Busfahrt erwartete die Schüler der „Secondary School of Economics“ in Cacak dann aber ein vielfältiges Programm in und um Waiblingen während ihrer sechs Besuchstage: Haus der Geschichte, Daimler-Museum, Bummeln über Weihnachtsmärkte, Stadtrallye in Waiblingen.

serbische schüler besuchen ludwigsburg
Winterliche Idylle vor dem Ludwigsburger Schloss. Anschließend wurde auch der barocke Weihnachtsmarkt besucht.

Das Landratsamt als Schulträger empfing die Gäste zusammen mit dem serbischen Generalkonsul, der die Gruppe zudem zu sich nach Stuttgart ins Konsulat und in die orthodoxe Kirche einlud. Die an dem Austausch beteiligten Banken, darunter die Kreissparkasse Waiblingen und die Volksbank Stuttgart, luden die Schüler zu Betriebsbesichtigungen ein.

Während der Erste Landesbeamte im Rems-Murr-Kreis, Bernd Friedrich, in seinem Vortrag über eine lokal bestens aufgestellte Wirtschaft mit nur 4 Prozent Arbeitslosigkeit berichten konnte, wies Generalkonsul Pero Jankovic auf die schwierige Situation in Serbien hin: In Cacak sind 30 Prozent arbeitslos. Dieser hofft indes, dass „diese Tradition des Austauschs bestehen bleibt, damit die deutschen Schüler erleben können, wenn sie in Cacak zu Gast sind, wie freundlich die Menschen in Serbien sind“. Friedrich und Jankovic dankten beim Empfang besonders dem anwesenden Dr. Heinz Niephaus von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), der sich für diesen ungewöhnlichen deutsch-serbischen Berufsschulaustausch sehr einsetzt.

serbische schüler stellen ihre heimat vor
Eine Gruppe serbischer Schüler stellte vor Banklehrlingen ihre Heimat vor: ihre Schule, Stadt und Region. Nach Belgrad sind es nur 144 Kilometer.

Nicht nur die Wirtschaftsdaten sind fundamental anders, auch die Ausbildung: In Serbien gibt es kein duales Ausbildungssystem zwischen Schule und Betrieb, dort findet die Bankausbildung nur in virtuellen Firmen statt. Für die Schüler aus Cacak war es ungewohnt, dass die Schüler, die vormittags in Jugendklamotten die Schulbank drücken, nachmittags in Anzug und Krawatte am Bankschalter stehen.

Der Leiter der Kaufmännischen Schule Waiblingen, Ulrich Lenk, und der verantwortliche Abteilungsleiter, Horst Schäfer, freuen sich über das neuerliche Zustandekommen des Austauschs. Lenk: „Um unseren Auszubildenden in einer globalisierten Welt die Möglichkeit zu bieten, im Rahmen eines solchen Projekts einen eher fremden Kulturkreis kennenzulernen, haben wir diese Schulpartnerschaft mit der Secondary School of Economics in Cacak vereinbart.“ Serbien sei ein spannendes Land im Aufbruch, die deutschen Schüler können sich bei dem geplanten Besuch im nächsten Frühjahr auf vielfältige neue Erfahrungen freuen.  

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