Tipps für 500 Schüler: Was erwarten Arbeitgeber heute? Neun Firmen antworten


Tipps für 500 Schüler: Was erwarten Arbeitgeber heute? Neun Firmen antworten

 

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„Was erwarten Betriebe von zukünftigen Auszubildenden?“: Diese neun Firmenvertreter gaben Antworten.    

 

Vielleicht lag es ja an der Lebenserfahrung, die der 70-jährige Waiblinger Anwalt Dieter Schwoerer an diesem Abend in die Waagschale werfen konnte. Denn er eroberte im Nu die Herzen der rund 500 jungen Leute, die vom Berufseinstiegsjahr, der Wirtschaftsschule, dem Berufskolleg und dem Wirtschaftsgymnasium der Kaufmännischen Schule kamen, um Antworten auf eine wichtige Frage zu bekommen: „Was erwarten Betriebe von zukünftigen Auszubildenden?“ Neun Firmenvertreter wurden von Abteilungsleiter Horst Schäfer in die neue Sporthalle des Berufsschulzentrums eingeladen, damit der immer häufiger attestierten „mangelnden Ausbildungsreife“ von Schülern entgegengewirkt werden kann, indem diese die Anforderungen erfahren, die heute an Azubis verschiedener Branchen gestellt werden (siehe Statements).

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Schulleiter Ulrich Lenk begrüßt die Firmenvertreter…  

 

Dem Anforderungskatalog seiner Vorredner hielt Dieter Schwoerer erst einmal seine eigenen Startschwierigkeiten ins Berufsleben entgegen: Zweimal sitzengeblieben sei er, seine Noten seien eine Katastrophe gewesen, sein erstes Studium habe er abgebrochen und dann sei er erst einmal auf Weltreise gegangen. Erst mit 27 Jahren startete er so richtig durch. Er studierte Jura, schloss das Studium ab und arbeitet seit Jahrzehnten als erfolgreicher Anwalt für „die größte Kanzlei im Rems-Murr-Kreis“, wie er sagt. Die Schüler applaudierten frenetisch bei diesem Lebenslauf voller Ecken und Kanten. Schwoerer: „Ich will Ihnen Hoffnung machen und Sie motivieren, dass es vielfältige Entwicklungswege gibt.“

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 …und wendet sich an die interessiert zuhörenden Schüler in der vollbesetzen neuen Sporthalle.  

 

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Schulleiter Ulrich Lenk. Seit Februar 2003 biete die Kaufmännische Schule alle zwei bis drei Jahre solch eine Informationsveranstaltung an, „damit die Schüler der Vollzeitschulen erfahren, welche fachlichen und persönlichen Voraussetzungen die Betriebe heute erwarten“. Eingeladen wurden neun Firmen aus verschiedenen Branchen: Fritz Aupperle vom Rewe-Markt Fellbach, Joachim Bareiß von der Volksbank Rems, Christine Böhringer vom elektrotechnischen Großhändler „Emil Löffelhardt GmbH & Co. KG“ aus Fellbach, Simon Fahrner von der Altenpflege-Einrichtung „Haus Elim“ aus Leutenbach, Annette Gill vom medizintechnischen Hersteller „Willy Rüsch GmbH“ aus Kernen, Jürgen Graf vom Motorsägenhersteller Stihl aus Waiblingen, Hans-Peter Mayer und Margit Müller vom Autohaus Hahn & Mayer Automobile, Brunhilde Meßmer vom Stuckateurbetrieb Meßmer in Schwaikheim und Dieter Schwoerer von der Waiblinger Anwaltskanzlei Künzel & Partner. 

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„Über Ihr Unternehmen? Nein, da weiß ich nichts…“: Das sollte man besser nicht im Vorstellungsgespräch sagen. In einem amüsanten Rollenspiel zeigten die Finanzassistenten Hannes Kurz, Philipp Bergner und Jasmin Kobel, welche Fehler man im Vorstellungsgespräch als Bewerber machen kann.  

 

 

Fritz Aupperle, Rewe-Markt in Fellbach: „Sie müssen die Grundregeln kulturellen Handelns können: also lesen, schreiben, rechnen können und einigermaßen vernünftig daherkommen. Leute mit einem Befriedigend in Mitarbeit stellen wir nicht mehr ein.“

Joachim Bareiß von der Volksbank Rems: „Achten Sie auf eine saubere und vollständige Bewerbung ohne Fehler. Wer sich in der Freizeit im Verein oder als Streitschlichter in der Schule engagiert, ist im Vorteil. Wichtig sind uns Präsentationsfähigkeit, Kreativität, Umgang mit Menschen und Kommunikationsfähigkeit. Wer in Mitarbeit oder Verhalten eine Drei hat, bekommt sofort eine Absage.“

Christine Böhringer von Löffelhardt in Fellbach: „Ich schaue mir die letzten drei Zeugnisse an, um die Notenentwicklung zu sehen. Die Deutsch-Note ist uns wichtig. Wer sich im Verein engagiert, ist sinnvoll versorgt und kann mit Menschen umgehen.“

Simon Fahrner von der Pflege-Einrichtung „Haus Elim“ aus Leutenbach: „Wem würden Sie Ihre Mutter oder Großmutter anvertrauen? Diese Person sollten Sie sein! In der Pflege muss man körperlich und psychisch belastbar sowie zuverlässig sein. Dafür bieten wir einen krisensicheren Job.“

 

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Gerne Rede und Antwort stand auch Fritz Aupperle, Inhaber des Rewe-Marktes in Fellbach sowie – im Hintergrund mit Brille – auch Personalleiter Joachim Bareiß von der Volksbank Rems.  

 

 

Annette Gill vom medizintechnischen Hersteller Willy Rüsch aus Kernen: „Wir sind Teil eines internationalen Konzerns, darum geht bei uns ohne Englisch fast nichts. Informieren Sie sich vorab über den angestrebten Beruf und die Firma. Und: Wir wollen, dass Sie viel fragen!“

 Jürgen Graf vom Motorsägenhersteller Stihl aus Waiblingen: „Wir machen 90 Prozent unseres Umsatzes im Ausland, das heißt dass Fremdsprachen bei uns Voraussetzung sind – und Technikinteresse. Wer sich bewerben möchte, kann dies bei uns auch online machen. Wir haben etwa ein Jahr Vorlaufzeit – seien Sie also rechtzeitig dran mit Ihrer Bewerbung! Und im Anschreiben die Motivation deutlich machen: Was begeistert mich?“ 

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Nimmt sich Zeit für das persönliche Gespräch: Jürgen Graf von der „Andreas Stihl AG&Co. KG“.  

  

 

Hans-Peter Mayer und Margit Müller vom Autohaus Hahn & Mayer: „Auch ein Kfz-Mechatroniker kann sich heute nicht mehr hinter dem Auto verstecken, sondern muss mit Kunden sprechen. Mache den Kunden zu deinem Freund und behandle ihn, wie du selbst behandelt werden möchtest!“

 

Brunhilde Meßmer vom Stuckateurbetrieb Meßmer in Schwaikheim: „Stuckateure sind Künstler und Spezialisten am Bau. Bei uns wird es garantiert nicht langweilig. Um zu schauen, ob der Beruf der richtige ist, machen wir einwöchige Eingangs- und Schnupperpraktika. Das Vorstellungsgespräch führen wir mit dem Bewerber im Beisein seiner Eltern.

 

Dieter Schwoerer von der Anwaltskanzlei Künzel & Partner aus Waiblingen: „Bei uns brauchen Sie als Rechtsanwaltfachangestellte abends kein Fernsehen, Sie erleben tagsüber so vieles. Ich will Ihnen Hoffnung machen und Sie motivieren, dass es vielfältige Entwicklungswege gibt.“

 

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Auch Brunhilde Meßmer vom gleichnamigen Stuckateurbetrieb aus Schwaikheim wurde mit Fragen gelöchert.  

   

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