Theaterbesuch „Die Räuber“ – eine Schülerin berichtet


Schiller war Theologe, Arzt, Historiker, Philosoph,
Schriftsteller. Und Dramatiker.

 

Ein großer Teil der Klasse
13/1 des WG Waiblingen besuchte am Montag, 08. Februar 2010 zusammen mit ihrer
Deutschlehrerin Frau Kaufmann die Aufführung von Schillers „Die Räuber“ in der
Schwabenlandhalle Fellbach.

Um Punkt 19:15 Uhr trafen
wir, die Klasse 13/1, uns im großen Foyer der Schwabenlandhalle. Das
Theaterstück selbst sollte allerdings erst um 20 Uhr beginnen, aber vor dem
Stück gab es noch eine kleine Gesprächsrunde, die eigentlich mehr ein
(interessanter) Vortrag über Schillers Leben war als eine Gesprächsrunde, mit
dem Darsteller von „Hermann“. In diesem Vortrag gab es aber auch viele wichtige
Infos zu dem Theaterstück. Das Stück selbst, so der Schauspieler, sei eine
moderne Inszenierung – die aber dem Originalwerk sehr gerecht werde. Wie das
funktioniert, haben wir dann auch später erfahren. Und er hatte Recht. Aber
dazu nachher noch ein paar Worte und zurück zu Schillers Leben. Schiller
schrieb schon im Alter von 20 Jahren „Die Räuber“. Aus dem Drill, der an der
Schule von Herzog-Karl-Eugen herrschte, entstand dieses Drama. Als Kind wäre er
nicht auf die Idee gekommen, ein Drama zu schreiben oder Dramatiker zu werden –
die Karlsschule hat ihn zu einem Dramatiker gemacht. Er begann eine Art
Rebellion. Eine Rebellion gegen eine Schule, in der einfach ALLES geregelt war.
In dieser Schule dürfte man nichts. Wenn sein Werk gefunden worden wäre, hätte
es riesigen Ärger gegeben. Vieles musste im Geheimen geschehen.

Schiller war Theologe, Arzt,
Historiker, Philosoph, Schriftsteller. Und Dramatiker. Schiller wollte
ursprünglich Theologe werden. Sogar als Kind hat er sich anscheinend schon,
umhüllt von einem schwarzen Kittel, auf einen Stuhl gestellt und seiner Mutter
und seiner Schwester Predigten gehalten. Die haben ihn dabei allerdings dabei
eher belächelt. Er wurde dann doch gezwungen, Arzt zu werden. Er hatte zwar
einen der besten Abschlüsse, die es überhaupt gab, aber er war nie mit
Leidenschaft Arzt. Sein Widerwille dagegen, etwas sein zu müssen, was er nicht
sein wollte, machte ihn zum Dramatiker und Schriftsteller. Und zwischendurch
auch noch zum Philosophen und Historiker.

Zurück zum Stück „Die
Räuber“: Als er das Buch hat das erste Mal drucken lassen, musste er einige
Schulden machen. Bevor das Buch allerdings in den Druck gehen dürfte, musste es
zeitlich in das 16. Jahrhundert zurück verlegt werden, weil es sonst zu heikel
gewesen wäre (von Presse- und Meinungsfreiheit war man noch sehr weit
entfernt). Schiller hat sich darüber sehr aufgeregt – denn die Sprache ist auch
einfach viel zu modern für das 16. Jahrhundert. Und trotzdem wurde es ein
riesiger Erfolg! Das aufgeführte Theaterstück „Die Räuber“ war etwas ganz Neues
in der Zeit, in der Schiller lebte.

Schiller kam so auch immer
mehr in Berührung mit dem Theater und stellte sich Fragen wie, „Was soll das
Theater?“ und „Was kann das Theater überhaupt alles?“. Insgesamt schrieb
Schiller zwölf Theaterstücke. Darunter sogar eine Komödie, „Der Parasit“, was
man von ihm nun wirklich nicht erwartet hätte.

Und viele weitere Infos zu
Schillers Leben folgten. Es war auf jeden Fall interessant, weil viel gesagt
wurde, was manche von uns bestimmt zum ersten Mal gehört haben. Auch wenn ich
und ein paar andere Leute aus meiner Klasse auch, sich das wirklich mehr wie
eine Gesprächsrunde und nicht wie einen Vortrag vorgestellt hatten (so
Frage-Antwort-mäßig und vielleicht ein bisschen mehr zum Theaterstück selbst),
hat es sich gelohnt etwas früher da zu sein und sich das mal anzuhören.

Und was man sich nun unter
der Aussage „Das Theaterstück selbst ist eine moderne Inszenierung – die aber
dem Originalwerk sehr gerecht wird“ vorstellen kann, wurde uns jetzt klar. Es
wurde sprachlich viel aus dem Originalwerk übernommen. Einzelne Passagen kamen
einem, wenn man das Buch vorher schon gelesen hatte, sehr bekannt vor. Modern
war nun die Bühne: Es gab nicht viele Bühnenelemente … ein Stuhl, den man, wenn
man ihn umdrehte, zu einem Rednerpult umfunktionieren konnte; einen großen
Stein, ein paar große Grashalme; riesige Bilderrahmen; Leitern und noch einige
Dinge mehr, die man je nach Umgebung schnell umräumen konnte. Dann war sehr
modern auf jeden Fall die Musik und der Räuber Schweizer, der eigentlich im
Original ein Mann war, wurde von einer Frau gespielt und zur „Schweizerin“
umfunktioniert.

Insgesamt eine gut gelungene
Inszenierung. Vielleicht mit dem kleinen Makel, dass Leute, die das Buch vorher
nicht gelesen haben, wahrscheinlich nichts mit dem Graf von Brand anzufangen
wussten – Karl Moor hat sich als Graf von Brand verkleidet, um ohne erkannt zu
werden sich in das Schloss seines Vaters schleichen zu können. Denn woher
dieser Graf von Brand plötzlich kommt und warum Karl Moor sich als dieser
ausgibt, wurde meiner Meinung nach etwas zu wenig verdeutlicht.

Aber ansonsten ein wirklich
gut gelungenes Theaterstück. Ich kann es nur empfehlen.

 

 Stephanie Klumpp

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