Stärkung für eine Herkulesaufgabe


Stärkung für eine Herkulesaufgabe

Wie anstrengend das täglich Brot des Lehrers sein kann, hat Landrat Johannes Fuchs vor einigen Wochen selbst erfahren, als er in einer Schulklasse Mäuschen spielte. Grund genug für ihn den 800 Lehrerinnen und Lehrern zu danken, die an Schulen in Trägerschaft des Landkreises Rems-Murr unterrichten, also Berufsschulen, Förderschulen und der Krankenhausschule Waiblingen.

Zu einem „Abend der Wertschätzung“ lud er stellvertretend über 100 Pädagogen „seiner“ Schulen in die Cafeteria des Kreisberufschulzentrums Schorndorf ein. Dort erwartete die Lehrer nicht nur der „Dank für Ihren täglichen Idealismus und Ihre Tatkraft“, sondern auch ein Vortrag des Psychologen Dr. Thomas Fuchs zum Thema „Ein Job für Mutige – Erziehung in einer schwierigen Zeit“ sowie ein gutes Essen.

Formaler Anlass der Veranstaltung war der Weltlehrertag, der am 5. Oktober gefeiert wurde. Der Tag solle gegenüber der Öffentlichkeit bewusst machen, wie anspruchsvoll die Tätigkeit sei: „An keinen anderen Beruf werden so viele Ansprüche gestellt, wie den des Lehrers“, sagte Landrat Fuchs, „Sie müssen Coach, Motivationstrainer, Manager, Bezugsperson, Vorbild sein – eine Herkulesaufgabe“.

Der Schwäbisch Gmünder Kinder- und Jugendpsychologe Dr. Thomas Fuchs lieferte hierzu den passenden wissenschaftlichen Input. Er referierte über den „Job für Mutige – Erziehen in einer schwierigen Zeit“. Gut eine Stunde lang erläuterte er Ursachen von Problemen und gab zuletzt Erziehungstipps – Inhalte für Lehrer und Eltern. „28 Prozent der Eltern glauben heute, ihr Kind sei emotional gestört“, beginnt er seinen Vortrag und räumt gleich mit einem populären Irrglauben auf, wonach heute alles im Leben Spaß machen müsse. Er konstatiert Reizüberflutung, eine Ich-sofort-alles-Haltung, beklagt die Vernachlässigung der persönlichen Kommunikation und die zunehmende Unfähigkeit von Kindern, ihre Bedürfnisse aufschieben zu können. Erziehung, gesteht Fuchs Eltern wie Lehrern zu, sei schwierig, weil es nicht den richtigen Weg gebe, es an guten Vorbildern und Unterstützung mangele, die Aufgabe komplex sei und zu wenig gewürdigt werde. Zahlen, Fakten und Erfahrungswissen spult er in rasantem Tempo ab, dabei bräuchten manche Sätze Zeit, zum Beispiel der: „Erziehung kann nur gelingen, wenn die Beziehung stimmt!“.

Erziehern rät er zu einer handvoll Regeln, um bestehen zu können: Eltern und Lehrer sollen Orientierung durch Grenzen geben, sich nicht zu Kumpeln der Kinder machen und sie sollen Kinder das „Glück der Anstrengung“ zeigen. Erzieher brauchen den Mut zur Erziehung, sie sollen Disziplin einüben, damit später Selbstdisziplin bei ihren Zöglingen möglich wird. Das Signal des Familienvaters Fuchs ist klar: Eltern und Lehrer brauchen Mut zu Disziplin und Autorität. „Schwache Erzieher üben nur Macht und keine Autorität aus.“

 
 landrat fuchs spricht mit dozent fuchs  
„Ein Job für Mutige“: Landrat Johannes Fuchs (rechts) nutzt die Chance zum Gespräch mit dem Referenten Dr. Thomas Fuchs.   

 

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