Schüleraustausch: Waiblinger Schüler in Serbien


Kleines Cacak mit großem Herz

 

ankunft belgrad flughafen  
Abflug vom Stuttgarter Flughafen: Voller Vorfreude auf ein unbekanntes Land sind die Bank- und Finanzassistenten-Azubis sowie die Begleitlehrer Ulrich Knoll und Stephan Falkenhain.

 

Serbien? Cacak? Ein bisschen Abenteuerlust gehört schon dazu, sich auf das recht unbekannte Balkanland mit seiner noch unbekannteren, aber immerhin 73.000 Einwohner großen Provinzhauptstadt für einen Schüleraustausch einzulassen. Die neun jungen Bank-Azubis von der Kaufmännischen Schule Waiblingen wagten es und kehrten mit sehr positiven, bewegenden und nachdenklichen Eindrücken von ihrem Gegenbesuch im serbischen Cacak zurück. „Beeindruckend, was die für uns für Opfer gebracht haben, um uns gut zu versorgen“, staunt die angehende Finanzassistentin Isabel Stöhr von der Kreissparkasse Waiblingen, „die Oma wurde für die drei Tage sogar woanders untergebracht, damit ich ein groβes Zimmer zur Verfügung habe“. Gastfreundschaft auf Serbisch lernte auch ihr Azubi-Kollege Marcel Mayer kennen: „Jeden Tag tischte mir meine Gastfamilie eine vollgepackte Fleischplatte auf.“

 

lernen in der uebungsfirma  
Gar nicht so anders als bei uns: In der Übungsfirma werden reale Abläufe simuliert – allerdings findet die gesamte Ausbildung dort ohne Betrieb und nur virtuell statt.  

 

Die Kaufmännische Schule Waiblingen (KSWN) hat erstmals einen Schüleraustausch mit einer serbischen Partnerschule unternommen, der „Secondary School of Economics“ in Cacak – im Herbst waren die jungen Serben in der Stauferstadt und eröffneten das ungewöhnliche Austauschprojekt der Berufsschulen. Die KSWN ist eine von nur knapp zwei Dutzend Schulen in Deutschland, die an dem von der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) geförderten Programm teilnimmt.

 

serbisches tv interviewt waiblinger schueler  
Ungewohnt auch für das serbische Lokalfernsehen: Die Gäste aus Waiblingen werden zum Interview mit Dolmetscher gebeten.  

 

Wie ungleich die Voraussetzungen sind, zeigt bereits die Anreise: Die Serben tuckelten zwanzig Stunden mit dem Bus in den Norden, die deutschen Schüler flogen nach Belgrad – in anderthalb Stunden. Die Schüler wissen um diese Unterschiede. „Ich wollte nicht so ein Standard-Europa-Land kennenlernen“, erklärt Marcel Mayer seine Motivation für seinen ersten Schüleraustausch überhaupt. Auch Banklehrling Nadine Wurst von der Volksbank Rems, die als Schülerin bereits Austausche nach Ungarn und Dänemark mitmachte, wollte „eine neue Kultur kennenlernen“ und lobt Cacaks reizvolle Innenstadt und auch die serbische Nationalbank in Belgrad sei eindrucksvoll gewesen.

 

schoene natur um cacak herum
 
Reizvolle Natur rund um Cacak.
 

 

Doch solch ein Berufsschüleraustausch ist auch darauf angelegt, unterschiedliche Ausbildungssysteme beurteilen zu können. Die Serben lernen das für sie völlig unbekannte duale Ausbildungssystem kennen, die Deutschen sehen wie die rein virtuelle, schulische Ausbildung in dem Balkanland vonstatten geht. „Fachlich können wir nicht so viel profitieren“, stellt die 20-jährige Isabel Stöhr fest, „aber nach Cacak können wir vieles, von dem was wir hier haben, mehr wertschätzen – eine gute Ausbildung, die Bedeutung von Familie und gute Zukunftschancen für uns“.

Horst Schäfer, an der KSWN verantwortlich für diesen Schüleraustausch, verschweigt die „Anlaufschwierigkeiten“ nicht. „Die Serben hätten mehr als 20 Schüler schicken können, wir konnten nur zwei Banken überzeugen, die sich aber erfreulicherweise mit zehn Azubis beteiligen –hier wollen wir noch mehr Werbung auch bei anderen Ausbildungsbanken machen, zumal die Resonanz der Teilnehmer überaus positiv ist“. Schulleiter Ulrich Lenk wünscht sich jedenfalls für den Herbst die Fortsetzung des Austauschs: „Wir wollen einen nachhaltigen Beitrag zur Völkerverständigung leisten, denn wir halten es für wichtig, dass unsere jungen Menschen Erfahrungen in einem für sie fremden Kulturkreis sammeln und andere Werte zu schätzen lernen.“

 

besuch in der serbischen nationalbank  
Herrschaftliche Erscheinung: Die Belgrader Nationalbank eignet sich gut für ein Gruppenbild der serbischen und deutschen Austauschschüler mit den begleitenden Lehrern.  (Bilder: Falkenhain)  

 

 

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