Philosophischer Spaziergang


Gelungenes Experiment: Philosophischer Spaziergang

philosophie vorgezeigt
Philosophie ist meist schwierig. Dem Philosophiekurs gelang es aber, auch schwierige Vertreter der Zunft und ihre Gedanken verständlich darzustellen.

Als Abschluss des Philosophiekurses luden dieses Schuljahr am 15. Juli die Teilnehmer ihre Mitschüler der zwölften Klassen zu einem „philosophischen Spaziergang“ ein, um ihre Ergebnisse zu präsentieren.

Wegen des unbeständigen Wetters wurde die Idee eines „Out-door-Events“ allerdings bald verworfen, und der Spaziergang mehr von der metaphorischen Seite als gemächlicher, Zufälligkeiten folgender Spaziergang durch die Philosophiegeschichte betrachtet. Die grobe Richtung ist festgelegt, doch bleibt es dem Wanderer überlassen, sich – je nach Interesse – an beliebigen Plätzen länger aufzuhalten und Blumen oder die Landschaft näher zu betrachten oder gar ein Schwätzchen zu halten.

Nachdem die Schüler einige Philosophen und Philosophinnen, mit denen sie sich während des Schuljahrs intensiver beschäftigt hatten, in Form eines Quiz vorgestellt hatten, wurden anhand der Kant’schen Antwort auf die Frage „Was ist Philosophie ?“ einige Antworten szenisch dargestellt:

Der ewig fragende und damit oft seinen Mitmenschen unangenehm werdende Sokrates, das Höhlengleichnis von Platon und die Vorstellung einer außergewöhnlichen Astronomin, Mathematikerin und Philosophin aus der Spätantike, Hypatia, gaben Antworten auf die Frage „Was können wir wissen?“.

Sartres radikale Antwort auf die Frage nach der Freiheit und Verantwortlichkeit des Menschen für sein Tun (Was sollen wir tun?“) zeigte eindrucksvoll eine Szene aus seinem Stück „Tote ohne Begräbnis“: Der Protagonist nimmt sich selbst das Leben, weil er fürchtet, unter der Folter die anderen Widerstandskämpfer an die Nazis zu verraten.

philosophischer spaziergang fuer alle 12er-klassen
Alle 12er-Klassen wurden vom Philosophiekurs erstmals zu einem „philosophischen Spaziergang“ eingeladen.

Nach dieser schweren Kost ging es mit Hegels Weltgeist heiterer an die Frage „Was dürfen wir hoffen?“ Hegels Dialektik wurde anschaulich am Beispiel der Liebe vorgespielt. So wie sich ein Mensch liebend im anderen verliert und mit einem Zuwachs an „Selbst-Bewusstsein“ wiederfindet, so agiert auch die Vernunft in der Welt und hebt sich Stufe um Stufe auf eine höhere Ebene. Das Resümee dieser Szene, in der auch der große Meister selbst auftrat, war: „Hegel ist einfach schwer zu verstehen.“

Die große Frage, die nach Kant diese drei Fragen in sich birgt, ist jedoch die Frage nach dem Menschen. Dem Chor eines antiken Dramas nachempfunden rezitierten die SchülerInnen zum Abschluss das Gedicht „Der Mensch“ von Matthias Claudius, in dem es am Schluss etwas hoffnungslos heißt:

„… Und alles dieses währet,

Wenn’s hoch kommt, achtzig Jahr.

Dann legt es sich zu seinen Vätern nieder,

Und er kömmt nimmer wieder.“

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