Literaturkurs im Stuttgarter Pressehaus


Literaturkurs im Stuttgarter Pressehaus

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Hallo? Hierher gucken! Keine Chance für unseren
Fotografen –

der Vortrag über den Medienstandort Stuttgart war einfach zu
interessant.

 

 

Die
Medienhochburg schlechthin, das Stuttgarter Pressehaus, befindet sich gegenüber
des SI-Zentrums in Stuttgart-Möhringen. Hier entstehen jeden Tag die
bekanntesten Stuttgarter Tageszeitungen: die „Stuttgarter Zeitung“ (StZ) und
die „Stuttgarter Nachrichten“ (StN). Aber auch die „Sonntag Aktuell“ und der
Radiosender „Antenne 1“ haben hier ihre Redaktionsräume.

Der
Literaturkurs der Kaufmännischen Schule unter der Leitung von Frau Kaufmann– dabei
auch Schüler des EG und TG – bekam in einer Führung einen Einblick in den
Stuttgarter Medienstandort. 1200 Menschen haben hier ihren Arbeitsplatz. Das
sind Redakteure, Monteure, Drucker und natürlich auch Mitarbeiter im
wichtigsten Teil des Hauses: der Anzeigenabteilung. „Eine Zeitung finanziert
sich mehr durch Anzeigen, als durch den tatsächlichen Verkauf“, erklärte
Christine Wagner, die uns durch das Pressehaus führte. Die Zahlen geben ihr
Recht: Eine ganzseitige Anzeige, so Wagner, koste ein Unternehmen rund 96.000 Euro.

Wagner kam
jedoch auch nicht umhin, auf die großen Probleme der Medienbranche hinzuweisen:
„Wie alle anderen Zeitungen und Zeitschriften haben wir keine steigende
Auflage.“ Das liege vor allem daran, „dass wir keine nachwachsende Leserschaft
haben“. Ein Grund dafür, meinte Wagner, sei die Tatsache, dass die junge Generation
mobiler sein müsse als früher. „Das Internet und seine Aktualität ist unser
größter Konkurrent.“ Derzeit liege die Auflage der StZ bei rund 150.000
Exemplaren.

Dennoch
beschäftigt die StZ laut Wagner 120 festangestellte Redakteure. Dazu kämen noch
freie Mitarbeiter. Nicht ohne Stolz erklärte Wagner, dass die StZ eine der fünf
Tageszeitungen ist, die im Bundestag ausliegen.

In der
hauseigenen Druckerei werden jeden Abend nicht nur die StZ und ihr Konkurrenzblatt,
die StN, gedruckt, sondern auch weitere Lokalzeitungen, wie beispielsweise die
Marbacher Zeitung, die Kornwestheimer Zeitung, die Leonberger Kreiszeitung oder
das Stuttgarter Wochenblatt. Klar ist, dass dafür mehr als eine kleine Druckpresse
benötigt wird. Das Pressehaus hat sich erst 2003 für 41,5 Millionen Euro eine
fünfstöckige Druckmaschine von König & Bauer angeschafft. „Sie ist 85 Meter
lang und 17 Meter hoch – damit ist sie größer als ein Jumbo-Jet“, wusste
Christine Wagner zu erzählen. Die Maschine sei eine der modernsten in Europa.
Nicht nur ihre Maße sind gigantisch. Sie kommt auf eine Geschwindigkeit von 42.000
Exemplaren pro Stunde, das entspricht zwölf Metern pro Sekunde. „In der
Druckerei herrscht 24-Stunden-Betrieb“, sagte Wagner. Klar sei auch, dass es
keine Betriebsferien gibt. Tagsüber, wenn die Zeitungsseiten noch von den
Redakteuren mit Inhalten gefüllt werden, übernimmt die Druckerei andere
Aufträge aus der freien Wirtschaft.

Wenn dann noch
die Hochglanzprospekte mittels großer Einführtrommeln in die Zeitungen gepackt
werden, werden die Zeitungen direkt in die Lieferwägen verfrachtet – der
Computer sorgt dafür, dass jedes Zeitungsbündel in den richtigen Transporter
kommt. Sofort bringen die Fahrer sie zu den etwa 3.000 Zustellern des Pressehauses
überall in der Region. Die stecken sie dann bei euch zu Hause in den Briefkasten.

Yannik Buhl

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