Kohlhaas 21 kann es mit dem wahren Kohlhaas nicht aufnehmen


Kohlhaas 21 kann es mit dem wahren Kohlhaas nicht aufnehmen

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Am 21. November 2011 besuchten elf Schülerinnen und Schüler der 13/1 eine Vorstellung von „Kohlhaas 21“ im Alten Schauspielhaus. Zufällig fand zur gleichen Zeit am Stuttgarter Hauptbahnhof die 100. Montagsdemo statt. Bild: Baur

Die Klasse 13/1 besuchte zusammen mit Frau Kaufmann und Frau Baur im Alten Schauspielhaus in Stuttgart das Stück „Kohlhaas21“ zur Vorbereitung der Abiturlektüre „Michael Kohlhaas“. Gut zwei Stunden wurde Michael Kohlhaas im Alten Schauspielhaus vor ein Gericht des 21. Jahrhunderts gestellt und angeklagt. Drei weitere Schauspieler stellten dabei die Geschichte durch den geschickten Wechsel ihrer Rollen dar. Anfangs etwas verwirrend wurde jedoch schnell klar, dass es sich hierbei um eine exzellente schauspielerische Darbietung handelte. So war Kohlhaas Anwältin im nächsten Moment und ohne Kostümwechsel sein Knecht Herse und kurz darauf fiel sie ihm als Lisbeth um den Hals. Musikalisch untermalt wurde das Stück von einer eher lächerlich wirkenden Band, die deutsche Lieder der Gruppe „Ton, Steine, Scherben“ aus den 70ern zum Besten gab.

Nach der Pause machte Kohlhaas dann Bekanntschaft mit zwei jungen und sehr hartnäckigen Demonstranten, die „Stuttgart 21“ verhindern wollten und vor den Wasserwerfern fliehend zu Kohlhaas ins Gerichtsgebäude kamen. Der eine, ein ganz klischeehaft politisch engagierter Zivi aus dem Altenheim, die andere, eine quirlige Lehramtstudentin, die von Kohlhaas sichtlich angetan war. 

Während des ganzen Stücks wurde der politische Aspekt von Kohlhaas und Stuttgart 21 nur oberflächlich behandelt und eine klare Stellungnahme zur aktuellen Auseinandersetzung vermieden. Auch im Publikum befanden sich sowohl ein älterer Herr mit S21- Button, als auch klare S21 Gegner.

Die Meinungen über das Theaterstück gingen bei der Nachbesprechung im Unterricht sehr auseinander. Gute schauspielerische Leistung sagten die einen, wenig Tiefgang die anderen. Ein Stück, das mehr unterhalten als wirkliche Kritik üben soll, darin zumindest waren sich am Ende alle einig.

(Eine Theaterkritik der Schülerinnen Katja Vöhringer und Sarah Zerfaß.)
 

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