Holocaust-Gedenktag: Blick in Stettens dunkle Geschichte


Holocaust-Gedenktag: Blick in Stettens dunkle Geschichte

holocaust-gedenktag 2012
Erinnern an schreckliche Verbrechen der Nazis in unserer Region: Dr. Martin Kalusche und Renate Seibold-Völker am diesjährigen Holocaustgedenktag.

„Auschwitz“ ist Sinnbild für den Massenmord der Nazis an den europäischen Juden, Sinnbild für einen Ort, an dem Hitler seinen Rassenwahn auf brutalste Weise umsetzte. Am 27. Januar 1945 wurden die Gefangenen des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau von der Roten Armee befreit. Um die Verbrechen der Nazis immer wieder in Erinnerung zu rufen, wurde der 27. Januar im Jahre 1996 als Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog ins Leben gerufen. Nun, am 27. Januar 2012, fand auch an unserer Schule eine Veranstaltung zum aktiven Erinnern statt: In einem ergreifend-anschaulichen Vortrag berichtete der Theologe Dr. Martin Kalusche aus seiner Dissertation über die Rolle der Diakonie Stetten im Dritten Reich („Das Schloss an der Grenze“). Er zeigte Bilder vom Abtransport Behinderter aus Stetten, von Meldebögen, von Transportlisten, auf denen Menschen aufgeführt wurden, „die ins Gas mussten“. Kalusche recherchierte für seine Arbeit vor Ort in Stetten. Besonders nahe ging das persönliche Schicksal von Helene Krötz: Sie war die behinderte Tante der Journalistin Renate Seibold-Völker und wurde ebenfalls ermordet. „Die Schwester meiner Mutter geriet in innerfamiliäre Vergessenheit“, erzählt Seibold-Völker, „aber ich habe mich von ihrer Geschichte im Familiennachlass einholen lassen“. Auch daraus entstand ein Buch, „Ermordet in Grafeneck“. Im Anschluss an die Schilderungen von Herrn Dr. Kalusche und Frau Seibold-Völker nutzten noch einige Schüler die Möglichkeit, Fragen zu diesen Verbrechen in unmittelbarer Nähe zu stellen. Schulleiter Ulrich Lenk dankte den Referenten für ihren Besuch am diesjährigen Gedenktag.

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