„Effi Briest“ und andere persönliche Theatererfahrungen


Ein Schülerbericht: „Effi Briest“ und andere persönliche Theatererfahrungen

 

 

Im Dezember besuchten die Deutschlehrerinnen Birgit Kaufmann und Gabriele Baur mit den Klassen 11/1 und 11/2 die Theateraufführung von „Effi Briest“ im Schauspiel Stuttgart. Ein Bericht über einen rundum gelungenen Abend mit tollen Darstellern und vielen Schülern:

Die Anzahl der anwesenden Schüler hat mich tatsächlich überrascht. Bereits bei  der Einführung, die 45 Minuten vor der eigentlichen Aufführung begonnen hatte, hatten bereits einige Schüler den Weg ins Theater direkt neben der berühmten Staatsoper in Stuttgart gefunden. Über den Sinn dieser Einführung lässt sich sicher streiten. Für mich jedoch war es interessant zu erfahren, warum etwas wie gespielt wurde und was erfahrenere Kritiker zu diesem Stück gesagt hatten.

Den nächsten Punkt, den ich ansprechen möchte, beinhaltet das wohl beliebteste Diskussionsthema der Gesellschaft: Kleidung. Ein Experte bin ich in diesem Punkt wahrlich nicht. Jedoch war ich erstaunt, als ich beim Betreten des Schauspielhauses mit Kapuzenpullovern und Turnschuhen konfrontiert wurde. Insgesamt konnte man zwei Arten der Kleidungsauswahl feststellen. Die einen, oben bereits erwähnten in Pullover und Turnschuhen und die anderen, die sich die Mühe gemacht hatten, sich für diesen Abend in Schale zu werfen. Zugegeben, ich gehörte zu Gruppe zwei, doch hat ein Theaterbesuch für mich auch einen gewissen und einen höheren Stellenwert als den, dass es eine schulische Veranstaltung ist und ich meinen Abend sowieso nicht interessanter gestalten konnte. Womit ich allerdings nicht zurechtkommen kann und will ist die Tatsache, dass einige Schüler ihre Handys während der Aufführung aus den Taschen holten und darauf herumtippten. Bei einem Theaterbesuch sollte meiner Meinung nach das Handy ausgeschaltet sein und wenn man die Uhrzeit wissen will, würde eine Armbanduhr niemandem schaden.

Damit wären wir auch schon beim eigentlichen Hauptthema, nämlich dem Stück selbst. Nun, zunächst einmal war ich überrascht ob dem ungewöhnlichen Bühnenbild. So fand man statt des wohl allgemein bekannten klassischen Bühnenbildes zwei Leinwände vor, die eine zur Hälfte mit Sand bedeckten Bühne verdeckte. Der größte Vorteil von den Leinwänden, insbesondere von der hinteren Leinwand bestand darin, dass das Bühnenbild sehr frei und oft gewechselt werden konnte ohne großen Aufwand. Erstaunt war ich bereits von Anfang an über die Art und Weise, wie die in meinen Augen brillant spielenden Darsteller ihre Rollen verkörperten und die jeweiligen Rollen interpretierten. „Effi Briest“ ein ernsthafter Roman von Theodor Fontane. Doch vermochte die Darstellerin Effis diese tragische Figur auf amüsante Weise darzustellen und dabei den Zuschauer (oder zumindest mich) vollkommen zu überzeugen. Auch die anderen Darsteller spielten ihre Rollen wahrhaft gut, doch gefielen einige Rollen besser als andere. Das wunderbar anders gespielte Stück zeigte in jeder Minute, worauf es hinauslaufen würde und auch hier sei noch einmal die tolle Darstellerin der Effi Briest genannt, die als naive Frohnatur ebenso überzeugend auftrat wie als gealterte, verzweifelte Frau.

Mein persönlicher Kritikpunkt hat nichts mit der Handlung direkt zu tun. Doch war die Pause nach zwei Dritteln der Handlung in meinen Augen zu spät und gänzlich unnötig, da nach der Pause und bis zum Ende keine wirkliche Ruhe mehr im Saal herrschte. Zuletzt noch ein paar Schülermeinungen. Alle konnte ich nicht befragen, doch fiel das Fazit zumeist positiv aus. Lediglich über einige Längen im Stück gab es klagende Stimmen, die jedoch nicht das rundum gelungene Gesamtpaket dieses Abends zu übertönen vermochten.

 

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