Knochenmarkspende für DKMS: Genetischer Zwilling gesucht


Knochenmarkspende für DKMS: Genetischer Zwilling gesucht

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Vier, die sich zu recht nach der Infoveranstaltung zur Knochenmarkspende freuen dürfen (von links): Schulsprecher Julian Erich von der SMV, die die Idee dazu hatte, Wolfgang Ziegler, der als Empfänger von einer DKMS-Spende profitierte, Knochenmarkspender Björn Wellbrock und DKMS-Experte Martin Kott.

Mit ausgebreiteten Arme steht er in Siegerpose vor den 400 versammelten Schülern: „Die zweite Stammzellenspende ist bis heute wirksam“, sagt er mit sichtbarer Dankbarkeit, „ich wäre heute nicht mehr da, wenn es die DKMS nicht gäbe!“ Die SMV unserer Schule hat in Zusammenarbeit mit der „Deutschen Knochenmarkspenderdatei“ (DKMS) aus Tübingen zur Infoveranstaltung in die Sporthalle eingeladen. Schüler des WG, TG EG und des Berufskollegs kamen, um die Geschichte von Wolfgang Ziegler zu hören, unseres Mathematik- und Physiklehrers, dem eine Knochenmarkspende das Leben rettete. Er erkrankte vor ein paar Jahren an der bösartigen Knochenmarkserkrankung Myelodysplastisches Syndrom (MDS). Im Dezember 2011 schlug die zweite Knochenmarkstransfusion an und heilte ihn.

Diese Erfolgsgeschichte soll verdeutlichen, dass wirklich Leben gerettet werden kann mit einer Knochenmarkspende. Unsere SMV nahm das persönliche Schicksal des allseits bekannten und beliebten Lehrers zum Anlass, ihn seine Erfahrungen vortragen zu lassen, um möglichst viele zur Typisierung zu motivieren. Typisieren bedeutet, dass man seine DNA mithilfe eines Wangenschleimhautabstrichs in der Datenbank der DKMS registrieren lässt. Hier warten bereits 4,6 Millionen Freiwillige auf ihren eventuellen Spende-Einsatz. „Doch noch immer kann für jeden fünften Patienten allein in Deutschland kein geeigneter Spender gefunden werden“, heißt es bei der DKMS. Wie solch eine Knochenmarkspende abläuft, die nicht mit einer Rückenmarkspende verwechselt werden darf, erklärte DKMS-Experte Martin Kott. Er vermittelte den Schülern auch, wie das blutbildende System überhaupt funktioniert. Obwohl die Wahrscheinlichkeit, einen „genetischen Zwilling“ zu finden, also vom registrierten zum tatsächlichen Spender zu werden, nur bei rund einem Prozent liegt, ist die Geschichte der DKMS eine Erfolgsgeschichte: Bei der Gründung 1991 waren es 3.000 Registrierte, heute sind es besagte gut 4,6 Millionen in Deutschland.

Wie man sich als Spender fühlt, erzählte ebenfalls ein persönlich Betroffener: Björn Wellbrock schilderte seine Erfahrungen als Spender. Der 44-jährige Waiblinger, der selbst einmal Bankazubi an unserer Kaufmännischen Berufsschule war, berichtete von seiner Knochenmarkspende im Frühsommer 2013. Von den Untersuchungen, von den grippeähnlichen Symptome, die bei einer Knochenmarkentnahme auftreten können und die er ein paar Tage spürte. Doch seine Mühe hatte sich gelohnt. Der Gesundheitszustand der 60-jährigen Amerikanerin, die seine Spende erhielt, besserte sich. Doch nun sei sie gestorben. „Es hat sich trotzdem gelohnt“, sagt Wellbrock, „und wenn es nur ein halbes Jahr Leben ist, das man jemandem ermöglicht“.

Die SMV organisiert am Donnerstag, 20. November, eine Typisierungsaktion für die DKMS. Die hohen Typisierungskosten von rund 50 Euro pro Spende sollen durch Spenden möglichst auch übernommen werden. Alle am Schulleben Beteiligten sind herzlich eingeladen zur Typisierung und zur Spende.

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