Die EU beginnt mit dem Frühstücksei

Experten am „EU-Projekttag“ an der Kaufmännischen Schule Waiblingen: Schulleiterin Birgit Bürk (Zweite von rechts) begrüßte IHK-Rems-Murr-Geschäftsführer Markus Beier (rechts), Nils Bunjes vom Europazentrum und Studentin Melanie Martian.

 

 

 

Zum Europatag am 9. Mai erhielten Abiturienten des Waiblinger Wirtschaftsgymnasiums nun, wenn auch ein wenig später, gleich zwei Geschenke: Die Bezirkskammer Rems-Murr der Industrie- und Handelskammer (IHK) schenkte den Abiturienten eine Veranstaltung zu diesem Gedenktag der europäischen Einigung – nicht zuletzt aus aktuellem Anlass der Wahlen zum europäischen Parlament am 26. Mai. Die Kaufmännische Schule hatte nämlich unter den Kreisschulen das Privileg, dass die IHK sich für den Ameisenbühl entschied. Das zweite „Geschenk“ brachte Schulleiterin Birgit Bürk mit. Sie erinnerte die Schüler daran, einer Generation anzugehören, „die nicht durch einen Krieg traumatisiert ist“. „Sie dürfen eine Friedenserfahrung machen, die ein sehr außergewöhnliches Geschenk auf unserem Kontinent ist“.

 

 

„Wissen Sie, wie die Gründungsstaaten der EU heißen?“: Markus Beier, Geschäftsführer der IHK-Bezirkskammer Rems-Murr, bekam natürlich die richtige Antwort von unseren Abiturienten bei seinem Vortrag – Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien Niederlande und Luxemburg.  

 

 

Drei Referenten hatte die IHK-Bezirkskammer Rems-Murr aufgeboten: ihren Geschäftsführer Markus Beier, dann Nils Bunjes vom Europazentrum Baden-Württemberg und Melanie Martian, die über ihre positiven Erfahrungen als Auszubildende und Studentin mit EU-Praktika- und Studienprogrammen berichtete. Markus Beier gab ein wenig Institutionenkunde, stellte den Europäischen Rat, die Kommission, das Parlament und den Ministerrat vor. Außerdem betonte er die wirtschaftliche Bedeutung der EU für Deutschland. Den versammelten Abiturienten gab er Positives mit auf den Weg: „Es gab selten eine bessere Zeit, um in den Arbeitsmarkt zu starten.“

 

Nils Bunjes vom Europazentrum Baden-Württemberg zeigte unseren Schülern sehr anschualich, wie viel EU in unserem Alltag steckt. 

 

Nils Bunjes brach die abstrakten Inhalte, die eben auch zur EU gehören, dann auf die Höhe von Frühstückseiern, Erdbeeren, Müsli-Nährwertangaben, Roaming und Energielabel herunter. Er zeigte den Schülern getreu seiner Eröffnungsfrage, wo überall die EU drinsteckt: „Wie habt ihr heute Morgen gemerkt, dass ihr in der EU seid?“ Bunjes brachte nicht nur Fakten, sondern auch einmal einen Spruch: „Was machen Sie zuerst, wenn Sie an einen Unfall kommen? Klar, erst das Foto für Facebook, aber dann sollten Sie helfen und die Notrufnummer 112 wählen“. Für viele neu: Die drei Zahlen gelten europaweit und nicht nur in Deutschland.

 

„Nutzen Sie die Freiheiten der EU“: Studentin Melanie Martian warb für die Azubi- und Studentenprogramme der EU.

 

Die 21-jährige Waiblingerin Melanie Martian stellte sehr euphorisch ihre Erfahrungen mit „Go for Europe“ vor, einem Programm, das Auszubildenden Praktika in EU-Mitgliedsstaaten ermöglicht. Als Azubi im Büromanagement war sie vor drei Jahren für einen Monat in London. Eine Woche Sprachkurs und dreiwöchiges Betriebspraktikum. Die frühere IHK-Ausbildungsbotschafterin nutzt im Oktober nun als Studentin der Wirtschaftswissenschaften eine weitere Möglichkeit, die die EU Studenten bietet: mit „Erasmus+“ macht sie ein Auslandssemester. Den Noch-Schülern rät sie: „Nehmen Sie die Freiheiten mit, die die EU Ihnen bietet.“

Im Anschluss an die drei Referate blieb nur wenig Zeit, um kritische Themen zu diskutieren. Leider, der Pausengong.

 

 

Europatag 2019 mit Experten an unserer Schule.

 

 

Infobox: Europatag

Der Europatag erinnert an die Rede des damaligen französischen Außenministers Robert Schuman am 9. Mai 1950, in der er die Zusammenlegung der deutschen und französischen Kohle- und Stahlproduktion nach dem Zweiten Weltkrieg anregte. Die Montanunion gilt als Grundstein der europäischen Integration. Nur fünf Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wollte er ein Zeichen der europäischen Völkerverständigung setzen.

 

 

Vielen Dank an die IHK Rems-Murr für die Kooperation. Koordiniert wurde die Veranstaltung an unserer Schule von den Lehrern Izzet Sabanoglu und Katharina Mühleisen. 

 

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