Das Jubiläum ist ein Fest für alle geworden

DankFoto: Bossaller

Viele halfen mit, damit das Schuljubiläum ein Erfolg werden konnte. Schulleiter Ulrich Lenk (rechts) dankte seinem engagierten Kollegium, den Sekretärinnen, den Schülersprecherinnen, der Technischen Hausverwaltung und den Festrednern.

 

 

Die Kaufmännische Schule Waiblingen hat mit einem Festakt ihr fünfzigjähriges Bestehen gefeiert. Dieses Jubiläum wurde mit einem Tag der Offenen Tür abgerundet, bei dem sich dann alle Interessierten ein Bild von der zweitgrößten beruflichen Schule im Kreis machen konnten.

 

Während der anfänglichen musikalischen Untermalung vor Beginn der Redebeiträge nutzen die etwa 300 geladenen Gäste die Möglichkeit, sich mit ehemaligen Kollegen oder ihren Partnern bei der Zusammenarbeit im Schulbereich auszutauschen. Bevor dann Oberstudiendirektor Ulrich Lenk die Anwesenden begrüßen konnte, wurde zuvor in einer Gedenkminute den Opfern des Terroranschlags von Nizza gedacht.

In welch großes Netzwerk die Beruflichen Schulen eingebunden sind, wurde bei der Begrüßung von Ulrich Lenk deutlich, der die Zusammenarbeit von Kommunalpolitikern, Ministerien, Unternehmen, Eltern sowie einiger Interessenverbände mit der Kaufmännischen Schule hervorhob. Diese Kooperation wurde auch dadurch erleichtert, dass es in den 50 Jahren der Schule nur zwei Direktoren gab: 1965/66 wurde Manfred Rumpel der Gründungsschulleiter der KS-WN, bis er dann 1992 sein Amt an Oberstudiendirektor Ulrich Lenk abgab, der die Kaufmännische Schule seitdem führt. In den letzten fünf Jahrzehnten wurde dann das Angebot ständig ausgebaut und umfasst heute AV-Dual, die Berufsfachschule für Wirtschaft, das Berufskolleg und das Wirtschaftsgymnasium sowie die kaufmännische Berufsschule. Unter dem Motto „keiner darf verloren gehen“ haben in den letzten 50 Jahren etwa 30.000 Schüler einen Schulabschluss erreicht. Dahinter stehe, so Lenk, auch der baden-württembergische Bildungsleitspruch: „Kein Abschluss ohne Anschluss“. Für ihn stehe dabei die gegenseitige Achtung, der Respekt und ein soziales Miteinander im Vordergrund, die zu der Vermittlung von Werten und Qualifikationen hinzukomme. Insgesamt blicke die kaufmännische Schule heute auf eine breite Palette an Profilen und Projekten, die dafür sorgen würden, dass die Schule sich ständig weiterentwickeln könne, so der Direktor.

Eine vorbildliche Leistung attestierte dann auch der Landrat Dr. Richard Siegel der KS-WN. Er hob noch einmal die Bedeutung der beruflichen Schulen im Kreis hervor, für die über 160 Millionen Euro investiert wurden. Die Qualität der Ausbildung wäre ein Garant dafür, um seinen Platz in der Gesellschaft zu finden, so Siegel. Insgesamt sieht der Landrat alle Schulen des Kreises gut für die Zukunft aufgestellt und wünschte daher der KS-WN alles Gute für die nächsten fünf Jahrzehnte.

Die Abteilungspräsidentin des Regierungspräsidiums Stuttgart, Claudia Rugart, konnte der „runden 50“ nur Gutes abgewinnen: Mit 50 wäre man nach außen jugendlich und gleichzeitig innerlich gereift – die Sicherheit der Erfahrungen gepaart mit der Vitalität. Laut Rugart hätte die KS-WN einen ganz klaren Kompass, nämlich die Verantwortung, sich allen aktuellen Fragen zu stellen. Dies sei etwa dadurch geschehen, dass sich die KS-WN so kurzfristig auf das Unterrichten der Flüchtlinge in den VABO-Klassen eingestellt hätte, so Rugart. Daher bedankte sie sich für das Engagement und gratulierte zum Erfolg der 50 Jahre. Danach hob sie das neue Fach „Gemeinsam leben lernen“ hervor, da auch ein wirtschaftlich handelndes Individuum mit einer Verhaltensethik einhergehen müsse.

Claus Paal, Mitglied des Landtags und Präsident der IHK Bezirkskammer Rems-Murr, hob die gute Zusammenarbeit seit der Kammergründung 1984 hervor. Dabei würde es besonders auf die Unterstützung, das Lernen und das Entwickeln neuer Konzepte ankommen, so Paal. Die Kaufmännische Schule müsse dabei nicht nur Mut und Zuversicht vermitteln, sondern neben den Bildungs- auch Erziehungsangebote umsetzen. Zentral sei für Paal, dass hier der Geist der Praxis wehe, was die beruflichen Schulen so ausmache. Es müsse klar sein, so der Kammerpräsident, dass von der Ausbildung unseres Nachwuchses unser Wohlstand abhänge.

Der gleichen Meinung war auch Peter Treiber, der Elternbeiratsvorsitzender der Kaufmännische Schule. Er wolle sich dafür bei der Schulleitung, den Lehrkräften und allen Unterstützern bedanken: „Diese Schule verdient eine 1!“ Auch daher wünsche er sich eine weitere breite Unterstützung dieser Schule. Ganz in Feierlaune präsentierten sich danach die Schülersprecher Nadine Bittermann und Georgia Dalla und den Anwesenden in Reimform ein Ständchen über die vielen positiven Seiten ihrer Schule.

Den Abschluss der Festredner machte dann Frau Dr. Veronika Nölle vom Kultusministerium Baden Württemberg mit ihrem Vortrag „ Wie geht es weiter mit unseren Kaufmännischen Schulen – Chancen und Herausforderungen“. Auch sie betonte, die KS-WN wäre mit den ständigen Angebotserweiterungen immer auf der Höhe der Zeit. Dazu wären einerseits die Übernahme von wirtschaftlichen und technischen Neuerungen notwendig, aber auch Sicherheit und Kontinuität. Für sie wäre außerdem der Schlüssel zur aktuellen Aufgabe, der Integration von Flüchtlingen, eine gute Bildung. Sie hob danach die steigende Anzahl von Einstellungen von Lehrkräften und die Umsetzung der Empfehlungen der Enquete-Kommission des Landtages hervor. Das Ziel sei hierbei für alle gleich: das Anbieten der bestmöglichen Vorbereitung für das Berufsleben.

Zum Ausklang des Festaktes begeisterte dann der schwäbische Kabarettist Christoph Sonntag die geladenen Gäste, der das Jubiläum der Kaufmännische Schule mit den vielen Erinnerungen aus seiner Kindheit in Waiblingen verknüpfte. Außerdem stellte er fest, dass hier in Waiblingen ja nur gestrahlt werde – in England dank Brexit gerade nicht. Am Ende passte auch die schwäbische Hymne zum Jubiläum der KS-WN: „G’scheite Leut‘ und Pionier – so sin‘ mir!“

(Stefan Aust)

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