Bleiben die E-Commerce-Kaufleute an unserer KBS?

Das Internetverkaufsgeschäft boomt – jetzt gibt es dafür auch einen Ausbildungsberuf: den E-Commerce-Kaufmann.  Symbolfoto: https://pixabay.com/images/id-3021581/

 

 

Was heute Jeff Bezos für Amerika und Jack Ma für China ist, könnte morgen ein Waiblinger Azubi vom Ameisenbühl sein – eine ganz große Nummer im Online-Handel. Schließlich haben die Chefs von Amazon und Alibaba auch einmal klein angefangen. Vielleicht haben sie nicht unbedingt auf den Segen der Industrie- und Handelskammer gewartet (IHK), aber den gibt es in Deutschland nun eben obendrauf: Seit August 2018 dürfen „E-Commerce-Kaufleute“ ausgebildet werden. Sieben davon im Rems-Murr-Kreis. Die Kaufmännische Schule Waiblingen bildet sie exklusiv im Landkreis aus – vorerst noch integriert in Ausbildungsklassen der Groß- und Außenhandelskaufleute. Ob aus dem einjährigen Schulversuch ein fester Ausbildungsgang an der Kaufmännischen Berufsschule wird, entscheidet sich in den nächsten Wochen.

„Wir brauchen circa zwanzig Auszubildende, um eine eigene Klasse für die E-Commerce-Kaufleute einrichten zu dürfen“, rechnet der Abteilungsleiter für die Kaufmännische Berufsschule, Kai Schmid, vor. „Wir stehen in großer Konkurrenz in der Region“, erläutert der 39-Jährige weiter, „aber hinter Stuttgart sind wir aufgrund der aktuellen Auszubildenden im ersten Lehrjahr im Moment die Nummer zwei“.

Definitiv fest stehe noch nichts, aber Stuttgart, Heilbronn und der Ostalbkreis sollen wohl solche Fachklassen bekommen – „wenn wir den Bedarf nachweisen können, haben auch wir gute Chancen, den Zuschlag zu bekommen“, so Schmid weiter. Letztlich entscheidet das Regierungspräsidium Stuttgart. „Unsere Kreisschule ist technisch und fachlich bestens für den E-Commerce ausgestattet“, sagt Schulleiterin Birgit Bürk, „darum wollen wir die Attraktivität des Standorts Waiblingen mit diesem Zukunftsberuf ausbauen“.

Sollte unsere Schule leer ausgehen, müssten wohl auch die sieben Azubis, die seit vergangenem Herbst in die Geheimnisse der Online-Handelskunst eingeführt werden, in einer Stuttgarter Fachklasse die Ausbildung fortsetzen. „Für unsere Azubis hätte das eine höhere Belastung zur Folge – zeitlich, finanziell, ökologisch sehen wir genügend Argumente gegen eine Zentralisierung“, positioniert sich die Personalleiterin eines E-Commerce-Ausbildungsbetriebes.

Um das zu verhindern und auch für die digitale Zukunft gut aufgestellt zu sein, geht unsere Berufsschule nun in die Informationsoffensive: Die IHK Rems-Murr integriert den Ausbildungsgang in ihr Veranstaltungsformat „Speeddating“; an der Ausbildungsmesse „Fokus Beruf“ in den Sporthallen des Beruflichen Schulzentrums gibt es Informationen der Agentur für Arbeit mit der Präsentation „Berufe, die nicht jeder kennt“. Vor allem sollen die Ausbildungsbetriebe im Einzel- und Großhandel sowie des Büromanagements aber direkt angesprochen werden: Zusammen mit der IHK-Bezirkskammer Rems-Murr fand an unserer Schule eine Informationsveranstaltung zu dem neuen Ausbildungsgang statt. Hier wurden das Berufsbild, die Tätigkeiten und die Ausbildungsschwerpunkte ausführlich vorgestellt: E-Commerce-Kaufleute gestalten Online-Sortimente, organisieren die Auftragsabwicklung im Online-Vertrieb und kümmern sich um die Kundenkommunikation im Online-Handel. Fachlehrer mit den Querschnittsfächern Informatik und Betriebswirtschaftslehre unterrichten die neuen Inhalte und leiten die praktische Umsetzung an.

 

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