BK-Ganztagesklasse macht Werksführung bei Porsche

Unsere BK-Ganztagesklasse bei Porsche – leider konnten die zwei Sportflitzer nicht als Dienstfahrzeuge für unsere Schule akquiriert werden. 

 

 

BK-Ganztagesklasse macht Werksführung bei Porsche: Aufgrund der teilweise vorhandenen Enge im Zuffenhausener Porsche-Werk werden wir in zwei Gruppen aufgeteilt. Noch bevor wir im eigentlichen Fertigungsbereich angelangt sind, springt bereits der Funke der Begeisterung unseres Führers über. Als ehemaliger lang­jähriger Mitarbeiter bei Porsche macht er seit vielen Jahren Führungen und erzählt voller Stolz, dass der Firmengründer Ferdinand Porsche schon im letzten Jahrzehnt des 19. Jahr­hunderts den Radnabenelektromotor entwickelt und wenige Jahre später bereits das erste Hybridfahrzeug und Allradfahrzug der Welt konstruiert hatte. Mit ebenso viel Wertschätzung schwärmt der „Ruheständler“ von seinem ehemaligen Chef Ferry Porsche, dem Sohn des Firmengründers.

Den Bereich, in dem die Karosserieteile zusammengeschweißt und lackiert werden, können wir natürlich nicht sehen: jedes Staubkörnchen wäre ein Problem. Daher besichtigen wir zunächst das „Motorenwerk“. Im Drei‑Minuten-Takt werden hier z. B. die Boxter-Motoren an 178 hintereinanderliegenden Stationen des „Fertigungsbandes“ zusammengebaut. Dabei kommen nur wenige Roboter zum Einsatz, denn auf „Hand­arbeit“ legt Porsche Wert – schließlich ist kein Wagen wie der andere, sondern etwas Besonderes! Auch Qualität steht bei Porsche ganz oben. Daher stehen die Arbeitskräfte nicht unter Zeitdruck, wodurch sich Fehler von vornherein vermeiden lassen. Sollte doch mal ein Fehler auftreten, kann dieser sofort bereinigt und bei Bedarf zusätzliche Springer in Sekundenschnelle hinzu­gezogen werden. Denn das Band darf nicht stillstehen. Außerdem wechseln die Arbeitskräfte mehrmals täglich ihren Aufgaben­bereich, um immer aufmerksam bleiben zu können. Dies reduziert nicht nur die Fehlerquote. Der Besucher spürt die angenehme Arbeits­atmosphäre, die daraus resultiert.

Kosten spart man auch, indem es möglichst keine Lagerhaltung gibt. Daher werden die Lieferanten etwa eine Woche, bevor das jeweilige Fahrzeug in die Fertigung geht, über den Bedarf der Materialien informiert. Alle Bauteile kommen an jeder Stelle in der Reihenfolge, in der die Fahrzeuge gefertigt werden, ans Band. Und fertige Fahrzeuge dürfen aus Platz­mangel nicht länger als ein Tag auf dem Hof stehen.

Im Folgenden sehen wir, wie in die Karosserie – natürlich werden Kotflügel etc. zu Beginn dieses Fertigungsabschnittes mit Kunst­stoff-„Mänteln“ versehen, damit keine Kratzer im Lack ent­stehen können – z. B. Cockpit und Fensterscheiben eingebaut werden. Beim Einbau der verschiedenen (vom jeweiligen Modell abhängigen) Fensterscheiben wird dem Besucher erneut bewusst, dass hier viele individuelle Fahrzeuge entstehen.

Das Highlight ist – selbst für unseren Führer heute noch – die „Hochzeit“. Hier werden der Unterbau (mit Motor, Getriebe, Lagerwellen etc.) und die Karosserie (jetzt mit Innenleben) vereint.

Es gäbe noch so manches aus der zweistündigen, sehr kurzweiligen Werksführung zu erzählen. Für uns war es mit Sicherheit ein bleibendes Erlebnis. Übgrigens: „Miamiblau“ ist gerade die Trendfarbe der Damenwelt.

 

Text: Sibylle Kumpf

Foto: Stepanos Xouridas

 

 

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