BEJ an der Wilden Bühne: Wenn der Lehrer draußen bleiben muss…


BEJ an der Wilden Bühne: Wenn der Lehrer draußen
bleiben muss…

„Als die ehemaligen Drogensüchtigen von ihrem eigenen Leben
und Schicksal erzählten, waren die Schüler tief beeindruckt“, sagt
Klassenlehrerin Ute Kirschbaum, die mit ihren 17 Schützlingen des
Berufseinstiegsjahres (BEJ) die Wilde Bühne im Stuttgarter Kulturwerk Ost
besuchten. Zwar musste sie während der „sehr persönlichen Gruppengespräche“ vor
die Türe, da Lehrer in diesem offenen Kreis „als Störfaktor“ empfunden werden,
berichtet Kirschbaum, doch könne sie das nachvollziehen, „denn wer Drogen nimmt
oder damit Erfahrungen gemacht hat, möchte das nicht unbedingt im Beisein
seiner Lehrerin erzählen“. Die Schauspieler der Wilden Bühne haben jedenfalls
alle „Drogenkarrieren“ bis zum Exzess hinter sich – jetzt sind sie „clean“, und
das müssen sie auch in regelmäßigen Drogentests gegenüber der Theaterleitung
bestätigen. Schließlich wollen sie andere junge Menschen in diesem Projekt vor
Drogen warnen.

Die aufgeführten Stücke – so auch das besuchte „Mensch
Kalle“ – entwickeln sich aus Improvisationen heraus, die dann irgendwann zu
einem Theaterstück wachsen. Im Anschluss besprechen die Schauspieler die
Thematik des Stücks mit den Schülern, klären offene Fragen und münden in
Gespräche mit den Schauspielern, um Erfahrungen mit Drogen aufzuarbeiten. Von
den persönlichen Schicksalen und den Berichten über die Flucht vor den
Problemen in die Drogenwelt mit all seinen Auswirkungen zeigten sich die
Schüler tief berührt und sie suchten im Anschluss das Gespräch mit den
Klassenkameraden.

Für die BEJ-Klasse sollte der Theaterbesuch aber auch als
Einblick in die Stuttgarter Kulturwelt und zur Stärkung der Klassengemeinschaft
dienen.

bej-schueler freuen sich im theater  
 Die Klassengemeinschaft scheint der Theaterbesuch auf jeden Fall gestärkt zu haben.  
   
   

 

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