Kultusministerin verabschiedet „einen der großen Schulleiter“ im Land

Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann höchstpersönlich überreichte Schulleiter Ulrich Lenk seine Verabschiedungsurkunde in den Ruhestand.

 

 

Es war der Nachmittag der Superlative für Ulrich Lenk, den Schulleiter der Kaufmännischen Schule Waiblingen: Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann kam höchst­persönlich, um „einen der großen Schulleiter in Baden-Württemberg“ nach 26 Jahren in dieser Funktion und über 40 Lehrerjahren in den Ruhestand zu verabschieden. Es sei „schon beträchtlich, wer sich hier eingefunden hat“, eröffnete die Dienstherrin ihre Rede vor den rund 400 Gästen aus der regionalen Politik, Wirtschaft und Kultur. „Die Vielfalt Ihrer Präsenz zeigt, dass Sie weit mehr sind, als ein Schulleiter“, lobt Eisenmann, „das ist eine Amts­zeit, die ihresgleichen sucht“. So war es denn auch zu erklären, dass sie persönlich diese Verabschiedung von Ulrich Lenk übernommen hat, denn bei 4.500 öffentlichen Schulen im Land gehe sie sehr selten selbst zu solchen Anlässen.

 

Zum Festakt für Herrn Lenk kam nicht nur die Kultusministerin, sondern es sprachen auch Landrat Dr. Richard Sigel und IHK-Rems-Murr-Präsident Claus Paal.

 

Die Ausnahme ist begründet, lobt Eisenmann doch die stete Zukunftsfestigkeit der Schule, um für die beruflichen Herausforderungen bestens gerüstet zu sein. „Sie schau­en aber auch nach dem anderen, der Persönlichkeits­entwicklung“, ergänzt die Ministerin, „was immer wich­tiger wird“. „Ich habe größten Respekt und Wertschät­zung für das, was Sie hier auf die Beine gestellt haben“, zieht die Kultusministerin ihren Hut vor der Lebensleis­tung von Ulrich Lenk, der vor drei Jahren für sein über­großes zivilgesellschaftliches Engagement bereits das Bundesverdienstkreuz erhielt.

 

Welchen Ratschlag mag die oberste Dienstherrin hier – bei der Übergabe der Ernennungsurkunde – wohl der neuen Schulleiterin Birgit Bürk mit auf den Weg gegeben haben? 

 

Nach der Verabschiedung von Ulrich Lenk in den Ruhe­stand überreichte Frau Eisenmann seiner Nachfolgerin Birgit Bürk die Ernennungsurkunde zur neuen Schullei­terin. „Sie sind bestens gerüstet, wissen, worauf Sie sich einlassen und verfügen über ein kompetentes Kollegi­um“, gab sie der bisherigen Leiterin des Wirtschaftsgym­nasiums mit den auf Weg. Die 51-jährige ist nach Manfred Rumpel und Ulrich Lenk erst die dritte Schulleiterin der 1966 gegründeten Schule und die erste Frau auf diesem Posten.

In seinen „Worten zum Abschied“ zeigt der 66-Jährige, dass er auf kontroversem Terrain zuhause ist. Er machte aus seiner kritischen Haltung keinen Hehl, wenn es um „die vielen Schulversuche und Bildungsreformen“ wäh­rend seiner Dienstzeit gehe. „Das hat mich beeindruckt, aber nicht immer überzeugt.“ So hätte er die Haupt- und Realschulen als Gemeinschaftsschulen zusammenge­führt, um Stigmatisierungen zu vermeiden. Nun drohe vielmehr Gefahr für die Zukunft der beruflichen Gymna­sien, dabei seien diese – wie die beruflichen Schulen insgesamt – „ein Erfolgsmodell“.

 

Rund 400 Gäste kamen zu dem Festakt, um Herrn Lenk in den Ruhestand zu verabschieden und Birgit Bürk als neue Schulleiterin in ihr Amt einzuführen. 

 

Ein solches ist auch die KSWN – nicht zuletzt aufgrund der Unterstützung durch den Schulträger, den Landkreis Rems-Murr. Landrat Dr. Richard Sigel dankte dem „Net­worker par excellence“ und „Multifunktionärs im positi­ven Sinne“ für sein politisches Engagement im Kreistag. Angesichts der zahlreichen Ehrenämter sei eher von einem „Unruhestand“ ohne Langeweile auszugehen, der einem „Fulltime-Job“ gleichkomme. Die Schule sei päda­gogisch wie technologisch „stets up to date“.

Das neue Ausbildungsangebot des „E-Commerce-Kauf­manns“ zeige, dass die Schule auf dem „neuesten Stand“ sei und die „Anpassungen für die Zukunft bereits geleistet habe“, hebt Claus Paal, IHK-Präsident der Bezirkskammer Rems-Murr und Landtagsabgeordneter, hervor. „Der Zau­berstab der Erziehung ist die Liebe“, so Paal, „Ulrich Lenk hat damit immer gezaubert, seine Vision war und ist die Menschlichkeit“. Er hinterlasse seiner Nachfolgerin eine „hervorragende Bildungseinrichtung“.

 

Schulleiter Ulrich Lenk, seine Nachfolgerin Birgit Bürk und alle Repräsentanten, die beim Festakt Dankesworte sprachen, auf der Bühne in der neuen Sporthalle.

 

Weitere Dankesworte sprachen Franz Scheuermann als Vorsitzender der Direktorenvereinigung der Kaufmänni­schen Schulen im Regierungsbezirk Stuttgart: „Wir dan­ken dir für deine Impulse und deinen Mut, auch Unbe­quemes auszusprechen.“ Der geschäftsführende Schullei­ter der beruflichen Schulen im Rems-Murr-Kreis, Stefan Weißert, äußerte zusammen mit den Schulleiterkollegen des beruflichen Schulzentrums, Ingrid Klumpp von der Maria-Merian-Schule und Hans-Jürgen Bucher von der Gewerblichen Schule Waiblingen, ein respektvolles „Chapeau!“.

 

„Alles Gute für Ihren Ruhestand!“ wünschten Schüler einer VABO-Klasse Herrn Lenk einmal auf Deutsch und in ihren jeweiligen Landessprachen. Ulrich Lenk zeigte sich davon berührt, sodass er sich bei jedem der Schüler persönlich herzlich bedankte.  

 

Peter Treiber richtete als Vorsitzender des Elternbeirats launig-persönliche Worte an den Bald-Pensionär, der „sein kommunalpolitisches Netzwerk stets eingesetzt habe, um seine Schule voranzubringen“. Durchaus gut gewürzt sprach der Personalratsvorsitzende Ulrich Knoll mit doppeldeutigem Wortspiel: „Das Land hat sich bereits für die Nachfolgerin verbürkt.“

Die neue Schulleiterin Birgit Bürk fühle „Dankbarkeit und Respekt“. Sie wolle die Schule weiterentwickeln und dazu beitragen, dass die KSWN weiterhin eine Schule sei, in die man gerne gehe – nicht, weil es eine „Fun-Veranstaltung“ sei, sondern „weil es Freude macht, Leistung zu erbrin­gen“. Schule sei Lebensraum, „in dem junge Menschen in die Lage versetzt werden, Verantwortung zu überneh­men, für das eigene Leben wie für das Zusammenwirken in einer demokratischen Gesellschaft“.

 

 

Kurzvita:
Ulrich Lenk wurde 1992 mit 41 Jahren Schulleiter der Kaufmännischen Schule Waiblingen. Davor war er an der Schule bereits Referendar und Leiter der Abteilung Berufsschule. Die KSWN unterrichtet über 1.600 Schülerinnen und Schüler in 80 Klassen mit ca. 100 Lehrerinnen und Lehrern. Die Liste seines Engagements ist lang: So war er von 1976 bis 1989 Vorsitzender des Stadtjugendrings Fellbach, seit 1980 Stadtrat und Mitglied der FW/FD-Gemeinderatsfraktion in Fellbach, von 1984 bis 1992 ehrenamtlicher Richter am Jugendschöffengericht Waiblingen, seit 2004 Vorsitzender der FDP/FW-Fraktion im Kreistag des Rems-Murr-Kreises, von 1992 bis 2004 Vorsitzender, seit 2004 Präsident des TSV Schmiden, dem mit 6.000 Mitgliedern größten Verein im Landkreis.

Birgit Bürk machte an der KSWN 1986 ihr Abitur, kehrte als Referendarin auf den Ameisenbühl zurück, übernahm bereits nach dreijähriger Lehrtätigkeit die Leitung der Abteilung Wirtschaftsgymnasium. Nun wurde sie zur neuen Schulleiterin bestellt. Seit 2014 ist sie als Parteilose für die CDU Mitglied im Gemeinderat Winterbach.

 

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