Jenny-Heymann-Preis für Brundibar-Projekt

Glückwunsch zum Sonderpreis an das „Brundibar“-Team vom Staufer- und unserem Wirtschaftsgymnasium. 

 

 

Über mehrere Monate kooperierten in Waiblingen unter dem Thema „Begegnungen mit Brundibar“ sowohl Schulen als auch Fächer: das Staufer- und das Wirtschaftsgymnasium und die Fächer Geschichte, Musik und Deutsch. Nun wurde diese „ungewöhnliche Verknüpfung von Musik und Holocaust-Zeitzeugenbericht“, so die Jury, mit dem Sonderpreis Jenny-Heymann belohnt.

Der Jenny-Heymann-Preis der Stuttgarter Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit würdigt Schülerarbeiten zu christlich-jüdischen Themen. Er wird jedes Jahr innerhalb der Woche der Brüderlichkeit verliehen. Die Perspektive junger Menschen, ihre Schlussfolgerungen und Wertungen sind dabei von besonderem Interesse. Im Hölderlin-Gymnasium in Stuttgart trafen sich die Preisträger nun aus ganz Baden-Württemberg und präsentierten ihre Arbeiten.

Für die Waiblinger Schulen sprach Franziska Kühnle von der Kaufmännischen Schule. Sie erklärte das Projekt, wie sie letztes Jahr im Mai die Holocaust-Überlebende Dagmar Lieblová kennengelernt hatten. Frau Lieblová sei sogar in drei Konzentrationslagern gewesen und habe dieses unvorstellbare Grauen überlebt. In Nördlingen hat die Schülerin zusammen mit ihren Mitschülern das Gespräch aufgezeichnet und aus den Aufnahmen mehrere Filme gemacht.

„Im November haben wir dann“, erklärte die engagierte Schülerin weiter, „andere Schüler und Lehrer zu einer Veranstaltung unter dem Titel „Begegnungen mit Brundibar“ eingeladen. Das Wirtschaftsgymnasium zeigte die erstellten Interview-Filme mit Frau Lieblová und die Stimmbildungs-AG und das Oberstufenorchester vom Staufer präsentierten Musik von Komponisten, die das KZ nicht überlebt hatten. Höhepunkt war die Zusammenfassung der Kinderoper „Brundibar.“

Franziska Kühnle fasste den Nachklang des Projektes zusammen: „Frau Lieblová hat bei unserem Treffen Worte gesagt, die jedem von uns sehr in Erinnerung blieben. Sie sagte durch die Begegnung mit ihr seien wir nun auch zu Zeitzeugen geworden, die von ihren Erlebnissen weiter erzählen können. Diese Erkenntnis ist jedem von uns im Kopf geblieben und hat uns nochmal die Bedeutung des Projekts vor Augen geführt.“

Dann zeigten die Waiblinger den Schülerfilm „War die Volksgemeinschaft wirklich für alle?“, unter anderem gestaltet von Nikolla Matiqui und Norick Mercado.

Als Vertreter der musikalischen Seite des Projekts präsentierten Mitglieder der Stimmbildungs-AG zusammen mit den Staufer-Lehrerinnen Melanie Váradi und Nicola Hallstein einfühlsam Ilse Webers „Wiegala“. Ein berührendes Wiegenlied, das die jüdische Komponistin auf dem Weg zur Gaskammer ihren Kindern vorgesungen haben soll.

WG-Schüler Jonathan Zipf meinte zum Abschluss der Projektschau: „Mir persönlich hat das Projekt nochmal gezeigt, was für ein Privileg es ist in einem heutigen Rechtsstaat wie Deutschland zu leben, wo die Freiheit des Einzelnen sehr hoch gestellt ist und wir frei von jeglicher staatlicher Unterdrückung sind. Wenn wir andere Länder betrachten, ist es nur unschwer zu erkennen, dass dieses wertvolle Gut der Freiheit nicht überall selbstverständlich ist und viele von ihr nur erträumen können.“

Die 88-jährige Dagmar Lieblová ließ es sich nicht nehmen, nachdem sie die freudige Kunde vom Sonderpreis erhielt, unserer Projektinitiatorin Nadine Wörner zu gratulieren: „Glückwunsch, Ihnen und Ihren Schülern!“

(woe)

 

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